Trauernde werden nicht allein gelassen

Von: Johannes Leitner
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Freuen sich über die gelungene Zusammenarbeit und danken für den Einsatz: Ute Wallraven-Achten, Angelika von Mangoldt, Wolfgang Heidinger, Adelheid Schönhofer-Iyassu, die einen neuen Aufgabenbereich übernimmt, Pfarrer Claus Wolf, Maria Pirch und Pfarrer Franz Josef Radler (von links). Foto: Michael Jaspers

Aachen. Der Verlust eines geliebten Menschen und die anschließende Trauer sind schwierige Themen. Egal, ob jung oder alt, viele Menschen benötigen Hilfe von außen, um den Schmerz zu überwinden. In Aachen haben die etablierten Trauerprojekte „diesseits“ für Kinder und „Tabitha“ für Erwachsene diese schwere Aufgabe übernommen.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter tragen mit viel Empathie und Sensibilität zur erfolgreichen Trauerbewältigung bei.

Bisher standen diese beiden Projekte unter der gemeinsamen Trägerschaft des Malteser Hilfsdienstes und der Pfarre Franziska von Aachen. Diese Zusammenarbeit wird nun nach über fünf Jahren planmäßig beendet. Grund dafür ist nicht etwa mangelndes Interesse der Malteser an der Fortführung der Kooperation, sondern eine neue große Herausforderung, die es zu meistern gilt: Die Flüchtlingsarbeit wird zu einem immens wichtigen Bestandteil der Arbeit des Hilfsdienstes.

In Düren wurde eine Landesunterkunft mit bis zu 800 Plätzen für Flüchtlinge errichtet und Adelheid Schönhofer-Iyassu, Hospiz- und bisherige Trauerbeauftragte der Malteser Aachen, wird dort mit ihrem Sachverstand dringend benötigt. Die Projekte der Trauerbegleitung werden daher in Zukunft von der Pfarre Franziska von Aachen allein fortgeführt.

„Wir können dankbar auf die Zusammenarbeit zurückblicken“, meinte Pfarrer Dr. Claus Wolf und betonte dabei besonders die Kooperation von Schönhofer-Iyassu und Maria Pirch, der Gemeindereferentin von Franziska von Aachen. Die Trauerarbeit soll in Zukunft möglichst in vollem Umfang weitergeführt werden wie bisher. Jedoch: Es werden „auch neue Ehrenamtler gesucht, vor allem in der Erwachsenenarbeit“, hob Pirch hervor.

Pfarrer Franz Josef Radler wies darauf hin, dass die Trauerarbeit „ein zentraler Bestandteil der pastoralen Konzeption“ bleibe und lobte die „Feuerwehrarbeit“, die die Ehrenamtler in besonders akuten Fällen auch vor Ort an Schulen leisten.

Unter anderem dafür stehen zwei sogenannte „Trauerkoffer“ bereit, je einer für Kinder und Erwachsene, gefüllt mit Filmen, Büchern und anderem Material, das bei der Bewältigung der Trauer helfen soll. „Die Schulen wissen von uns, und wir werden von ihnen als Beratungsstelle wahrgenommen“, erklärte Schönhofer-Iyassu. Daher werden die beiden Projekte von Menschen aus der gesamten Städteregion genutzt.

Das Trauercafé „Tabitha“ für Erwachsene trifft sich jeden vierten Samstag in den Räumen des „Kreuzpunktes“ der Pfarre Heilig Kreuz in der Pontstraße 148. Neben einem Kaffee- und Kuchenangebot gibt es eine geleitete Trauergesprächsrunde, bei der im Namen jedes Verstorbenen eine Kerze entzündet wird. Bei den Treffen nehmen durchschnittlich etwa 10 bis 14 Personen teil, insgesamt kommen so circa 400 Begleitungen pro Jahr zustande.

Das Projekt „diesseits“ für trauernde Kinder bietet auf Anfrage Einzelgespräche in Familien und darüber hinaus monatliche Gruppentreffen. Im Schnitt nehmen sieben Kinder pro Gruppe an acht Treffen in geschlossener Gruppe mit abschließendem Elternabend teil.

2013 wurde das Angebot um „diesseits 20plus“ für junge Erwachsene und im darauffolgenden Jahr um therapeutisches Pferdereiten erweitert. Insgesamt gibt es jährlich etwa 150 Begleitungen. Überdies besteht noch der „Freundeskreis für Trauerarbeit“, der in drei Jahren rund 40 000 Euro Spenden für die Projekte gesammelt hat.

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