Trauer um einen ganz Großen des Öcher Humors

Von: Matthias Hinrichs
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So kannten und liebten ihn die Fans des Frohsinns: Büttenredner-Urgestein Heini Mercks ist am vergangenen Mittwoch überraschend gestorben. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Nicht nur in karnevalistischen Kreisen sorgt die Nachricht für Bestürzung und Trauer: Heini Mercks, allseits vor allem bekannt als quirliges Urgestein des Öcher Fastelovvends, ist am Mittwochmorgen überraschend gestorben. Zuvor war er seit rund drei Wochen wegen Herzproblemen in Behandlung.

Generationen von Menschen hat Heini Mercks als einer der profiliertesten und originellsten Büttenredner und Spaßmacher über fünf Jahrzehnte lang zum Lachen gebracht. Zu seinen Markenzeichen gehörte das obligatorisch schiefe „Narren-Käppi“ und das (meist in den Alemannia-Farben schwarz-gelbe) Ringel-T-Shirt ebenso wie sein entwaffnender Mutterwitz, seine oft spontane Komik.

Heini Mercks wurde am 17. September 1931 als eines von vier Kindern einer Arbeiterfamilie geboren. Aus einfachsten Verhältnissen stammend, avancierte er rasch zu einem der bekanntesten Stars des Karnevals und war auch jenseits von Aachen auf den jecken Bühnen im ganzen Rheinland gefragt. Ebenso legendär wie typisch für ihn ist sein Gag-Dauerbrenner „Werp doch et Seäl erav“, der die Aachener bis heute zum Lachen bringt. Auf den „klassischen“ Bühnen, vom ehemaligen Saalbau Geulen in Eilendorf bis zur AKV-Arena Eurogress, brillierte er zuweilen auch als politischer Spottredner – was naturgemäß nicht immer jedem gefiel und ihm auch den Spitznamen „roter Heini“ einbrachte. Mit frenetischen Ovationen und zahlreichen hochkarätigen Auszeichnungen – wie dem Rheinlandtaler, der Jacques-Königstein-Kette, der Jupp-Schollen-Plakette oder dem Ehrenhut der Oecher Figaros – ehrten ihn seine ungezählten Anhänger.

Seine Jugend freilich war geprägt von Krieg, Entbehrung und vielen Sorgen. Heini Mercks‘ Elternhaus in der Königstraße wurde bei einem Bombenangriff zerstört. Sein Vater starb früh, einem Einsatz als Wehrmachtssoldat entging der 13-Jährige knapp, brachte sich und seine Familie nach dem Krieg mit Gelegenheitsarbeiten durch. Jenseits des Rampenlichts war er als Bauarbeiter, dann über mehr als anderthalb Jahrzehnte als Mitarbeiter bei der städtischen Müllentsorgung, schließlich als Marktmeister beschäftigt.

„Seinen“ Öchern freilich wird Heini Mercks vor allem als erstklassiger Komödiant mit unverwüstlichem Charme und Humor in Erinnerung bleiben. „Er hat so vielen Menschen Freude bereitet, dass man gar nicht froh genug sein kann, ihn als engen Freund gehabt zu haben“, sagte etwa Alt-OB Dr. Jürgen Linden am Donnerstag. „Sein Wort galt immer, er war hilfsbereit, Egoismus war ihm fremd.“

Wilm Lürken, Vorsitzender des Ausschusses Aachener Karneval, zeigte sich ebenso tief betroffen. „Bis ins hohe Alter war Heini Mercks einer der größten Büttenredner und einer der Größten des Öcher Karnevals überhaupt“, sagte Lürken.

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