Würselen - Transfergesellschaft: XXXL kommt dem Betriebsrat entgegen

Transfergesellschaft: XXXL kommt dem Betriebsrat entgegen

Von: René Benden
Letzte Aktualisierung:
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Nun also doch: Im Zuge der Übernahme von Wohnwelt Pallen durch die XXXL-Unternehmensgruppe wird eine Transfergesellschaft gegründet. Foto: Harald Krömer

Würselen. Die XXXL-Unternehmensgruppe geht auf den Betriebsrat von Wohnwelt Pallen zu. Vor der Schlichtungsstelle haben sich beide Seiten am Dienstag auf die Einrichtung einer Transfergesellschaft für die 54 Mitarbeiter geeinigt, deren Arbeitsplätze im Zuge der Übernahme des Würselener Möbelhauses durch die XXXL-Gruppe abgebaut werden.

Noch Ende April hatte XXXL eine Transfergesellschaft mit der Begründung abgelehnt, dass die Mitarbeiter gut genug qualifiziert seien, um auf dem Arbeitsmarkt eine neue Stelle zu finden.

Der Betriebsrat hatte seinerseits immer auf die Einrichtung einer Transfergesellschaft gepocht. Zahlreiche Mitarbeiter seien bereits viele Jahre für Pallen tätig und könnten nur mit entsprechender Weiterbildung neue Arbeit finden, so die Argumentation. Dieser Sichtweise hat sich die XXXL-Gruppe angenähert. „In gemeinsamen Verhandlungen konnte für die betroffenen Arbeitnehmer ein attraktives Maßnahmenpaket in Form einer Transfergesellschaft vereinbart werden“, sagte Julian Viering, Pressesprecher der XXXL Unternehmensgruppe.

„Großzügiges Budget“

Nach intensiver Begutachtung der individuellen Voraussetzungen der Arbeitnehmer seien sich die Parteien der Einigungsstelle darüber einig geworden, zur Förderung der beruflichen Neuorientierung eine Transfergesellschaft zu bilden. Für diese Qualifizierungsmaßnahmen werde die Wohnwelt XXXL Pallen nach Unternehmensangaben „ein großzügiges Budget“ bereitstellen, hieß es in einer Pressemitteilung.

Auch die Arbeitnehmerseite begrüßte die Einigung in dieser Frage. „Die Transfergesellschaft wird zum 6. Juni – am Tag des Betriebsübergangs – ihre Arbeit aufnehmen“, sagte Michael Biemel, der Vorsitzende des Pallen-Betriebsrats. Details, wie etwa die Laufzeit der Transfergesellschaft, müssten nun in weiteren Gesprächen vereinbart werden.

Keine Einigung zur Struktur

In der Frage nach der Neustrukturierung des Würselener Möbelhauses haben Betriebsrat und XXXL allerdings keinen gemeinsamen Nenner gefunden. Wie bereits an anderen Standorten, die von der Unternehmensgruppe übernommen wurden, will XXXL die Beschäftigten per Betriebsübergang auf drei neue Gesellschaften mit eigenen Geschäftsführern aufteilen, die für Verkauf, Logistik und Verwaltung verantwortlich sind.

Gemäß Betriebsverfassungsgesetz können die dort zusammengefassten Beschäftigten jeweils einen eigenen Betriebsrat wählen. Das würde das Ende des Betriebsrats in seiner heutigen Form bedeuten. XXXL besteht auf den Umbau des Würselener Hauses. „Die Erfahrungen mit anderen Häusern haben uns gezeigt, dass dieser Weg der richtige ist“, betonte XXXL-Sprecher Viering.

Die Verhandlungen über einen Interessenausgleich sind somit beendet. In nun folgenden Verhandlungsrunden geht es um einen Sozialplan für die Pallen-Mitarbeiter, die ihren Arbeitsplatz verlieren. Beide Seiten wollen die aus ihrer Sicht bisher konstruktiven Gespräche fortsetzen.

Die XXXL-Unternehmensgruppe hatte Anfang März angekündigt, zentrale Verwaltungsfunktionen der Wohnwelt Pallen an den Hauptsitz der Gruppe nach Würzburg verlegen zu wollen. Am Standort Würselen entfallen dadurch bis zu 54 Stellen. Allerdings sollen auch neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Das Unternehmen rechnet mit bis zu 40 Mitarbeitern. Zehn bis 15 neue Arbeitsplätze entstehen im Verkaufshaus.

Vier Verhandlungsrunden zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat seit Anfang März hatten kein Ergebnis gebracht. Deshalb wurde am 17. März die Einigungsstelle unter Vorsitz von Horst-Dieter Krasshöfer, Richter am Bundesarbeitsgericht, als neutrales Gremium angerufen.

Nach Abschluss der Neuausrichtung wird die Wohnwelt Pallen nach Angaben der Geschäftsführung 383 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen. Aktuell sind es noch 398.

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