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„Train2Job“: Ein Erfolgsmodell wird fortgeführt

Von: rhl
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Neue Jobperspektiven nach oftmals vielen vergeblichen Versuchen bietet das Projekt „Train2Job“, das die Agentur für Arbeit und das Jobcenter der Städteregion gestartet haben. Foto: Imago/Rüdiger Wölk

Städteregion. Was gut funktioniert, verdient es, fortgesetzt zu werden. Und dass das, was die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) im vergangenen Jahr geleistet hat, tatsächlich funktioniert, dürfte nach Freitag auch auf Bundesebene angekommen sein.

 Der Aachener CDU-Bundestagsabgeordnete Rudolf Henke überzeugte sich gleich selbst von den Ergebnissen des Modellprojekts „Train2Job“, welches darauf ausgelegt ist, Menschen mit Behinderung auf dem Weg in die Arbeitswelt intensiver zu begleiten.

Zusammen mit der Agentur für Arbeit Aachen-Düren und dem Jobcenter der Städteregion und ausgestattet mit Fördermitteln des Bundes von rund 630.000 Euro begann die FAW das Projekt im Februar vergangenen Jahres. Im ersten – nun abgeschlossenen – Zeitraum konnten von 60 Teilnehmern schon 20 in Arbeit gebracht werden. Gemessen an der vergleichsweise kurzen Zeit und der mitunter sehr schweren Beeinträchtigungen, die die Menschen mitbringen, ist das eine Bilanz, die sich sehen lassen kann.

Reiner Kreuer ist einer dieser Personen, die in diesem Projekt betreut wurden. „Ich habe bisher schon fünf Maßnahmen bei anderen Projekten mitgemacht, um mich in die Arbeitswelt zu integrieren. Am Ende stand mir aber immer meine Krankheit im Weg oder es hieß, für eine dauerhafte Anstellung sei kein Geld da“, erklärte er. Die Aufnahme im Modellprojekt habe er, der an Epilepsie erkrankt ist, hingegen als sehr familiär wahrgenommen und die Begleitung als eine starke Stütze bei der Arbeitssuche.

Nach einer anfänglichen Orientierung nach geeigneten und auch gewünschten Stellen helfen die Betreuer bei der Bewerbung und der Vermittlung von Probearbeitsplätzen und Weiterbildungen, so der Koordinator bei der FAW, Oliver Diepes. Die intensive Betreuung bei diesen schwierigen, aber wichtigen Schritten zeigt Wirkung. Auch beim Beispiel von Florian Ernst, der nun bei der Aachener Pflegeeinrichtung Carpe Diem tätig ist. „Das ist jetzt auch die erste Stelle, wo ich wirklich angenommen wurde und nicht einfach Aufgaben bekommen habe, die eigentlich gar nicht gemacht werden müssten, bloß um mich zu beschäftigen“, sagte er.

Positive Reaktionen

Und auch die Reaktionen von den Arbeitgebern seien überaus positiv, wie Jutta Schmid, Bereichsleiterin der Agentur für Arbeit Aachen-Düren, bestätigte: „Oft bekommen wir Rückmeldung, dass die Menschen mit Behinderung dem Arbeitsklima im Unternehmen sehr gut tun. Damit wird nicht nur dem Gedanken der Inklusion Rechnung getragen, sondern auch gezeigt, wo in der Gesellschaft der Platz für diese Menschen ist – nämlich mittendrin.“

Bis Ende Oktober dieses Jahres wird das Modellprojekt nun noch weiterlaufen. „Die Voraussetzung für das bisher gute Gelingen war sowohl die Bereitschaft der Arbeitgeber als auch jene der Menschen mit Behinderung selbst, sich dafür zu öffnen. Denn viele Integrationsversuche in den Arbeitsmarkt sind in der Vergangenheit in eine Enttäuschung gemündet“, sagte Rudolf Henke.

Dass „Train2Job“ auch über den Projektzeitraum hinaus fortgeführt werden soll, darüber war man sich nach dieser Zwischenbilanz im Grunde einig. „Ein Fluch der Sozialpolitik in Deutschland ist aber am Ende immer die Regelfinanzierung über den Modellzeitraum hinaus“, so Henke. Und so blieb die Frage am Freitag im Raum stehen, wie das Projekt in Zukunft finanziert werden wird – das jedoch wird in Berlin entschieden werden müssen.

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