Aachen - „Top Dogs” im Theater Tacheles: Auf dem Boden der Tatsachen

„Top Dogs” im Theater Tacheles: Auf dem Boden der Tatsachen

Von: Annika Kasties
Letzte Aktualisierung:
Turbulenzen auf hohen Etagen:
Turbulenzen auf hohen Etagen: Das Theater Tacheles inszeniert zum zehnjährigen Bestehen Urs Widmers satirische Komödie „Top Dogs”.

Aachen. Da sitzen sie. Weiße Hose, weißes Hemd, säuberlich im Stuhlkreis positioniert, und beäugen den Neuzugang. „Ich? Entlassen? Aber das hätte man mir doch gesagt!”

Die ehemalige Managerin will es nicht wahrhaben. Die anderen Mitglieder der Selbsthilfegruppe zeigen sich verständnisvoll. Sie alle kennen den unerwarteten Sturz von ganz oben.

Mit seiner neuen Produktion „Top Dogs” trifft das Aachener Theater Tacheles den Nerv der Zeit. Die Komödie von Urs Widmer handelt von Führungspersonen aus den höchsten Etagen, die sich plötzlich auf dem Boden der Tatsachen wiederfinden. Gefeuerte Manager bilden eine Selbsthilfegruppe an einem Ort, wo Anzug und Schlips gegen weiße Einheitskleidung eingetauscht werden.

Und versuchen auf groteske und unterhaltsame Weise, mit dem Verlust ihrer Macht zurechtzukommen. Mit ihrer 19. Produktion unter der Regie von Stephan Wurfbaum entschieden sich die Laienschauspieler vom Theater Tacheles, ein Phänomen anzusprechen, das von Tag zu Tag an Aktualität gewinnt. „Das Stück passt gut in die Krise”, findet Tobias Valtinat, erster Vorsitzender des Vereins Theater Tacheles.

Seit zehn Jahren erweitert die Theatergruppe das Aachener Repertoire der darstellerischen Künste. Ihr Ursprung liegt in einem Improvisationskurs der Bleiberger Fabrik. „Ich weiß noch, wie ich über die Bühne gelaufen bin und einen Blackout hatte”, erinnert sich Anne Emons als mittlerweile einziges aktives Gründungsmitglied an ihren ersten Auftritt mit Theater Tacheles.

Mit „Arsen und die Spitzenhäubchen” von Joseph Kesselring präsentierte sich die Theatergruppe erstmals als eigenständiger Verein. Die Mitgliederzahl schwanke je nach Produktion zwischen sieben und 20 Freizeitschauspielern. Der „harte Kern” der Gruppe bestehe aus rund acht Personen.

Für ihre Produktionen engagieren die Laienschauspieler stets professionelle Regisseure. Alle anderen müssen ihr zeitintensives Hobby mit dem Beruf vereinbaren. Neben regelmäßigen Proben, der Auswahl der Stücke sowie dem Anfertigen von Flyern und Plakaten gehöre auch jede Menge Klinkenputzen zum Spaß an der Schauspielerei dazu. Denn die finanziellen Mittel sind begrenzt.

Bei der Gestaltung der Bühne werde Theater Tacheles von Aachener Firmen unterstützt. Somit standen schon ein Bankautomat, Särge, ein funktionstüchtiger Tresor und 700 Ordner auf der Bühne in der Klangbrücke. Die Stadt Aachen habe für eine Produktion sogar eine Straßenlaterne abgebaut. „Manchmal fehlen aber auch Teile des eigenen Wohnzimmers”, betonte Elisabeth Booi. Auch das werde für den Nervenkitzel auf der Bühne gerne in Kauf genommen.

Die Termine in der Klangbrücke

Die Aufführungen sind vom 21. bis 23. Oktober und vom 27. bis 30. Oktober jeweils um 20 Uhr (Einlass um 19.30 Uhr) in der Klangbrücke des Alten Kurhauses, Kurhausstraße 2, zu erleben. Am Sonntag, 23. Oktober, und Sonntag, 30. Oktober, ist Beginn (mit Frühstück) um 11 Uhr (Einlass um 10 Uhr).

Karten gibt es für zehn Euro (ermäßigt 8 Euro) im Klenkes-Ticketshop und in der Buchhandlung Schmetz am Dom.

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