Tödlicher Unfall am Hansemannplatz: Radfahrerin von Bus überrollt

Von: Robert Esser
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Unfall Hansemannplatz
Tödlicher Unfall: Eine 29-jährige Radfahrerin verlor am Donnerstag bei einem Verkehrsunfall mit einem Linienbus auf dem Aachener Hansemannplatz ihr Leben. Die Polizei riegelte die Unfallstelle am Donnerstagnachmittag bis in den Abend – auch mit Sichtschutzwänden – ab. Foto: Michael Jaspers
Unfall Hansemann
Tödlicher Unfall: Eine 29-jährige Radfahrerin verlor am Donnerstag bei einem Verkehrsunfall mit einem Linienbus auf dem Aachener Hansemannplatz ihr Leben. Die Polizei riegelte die Unfallstelle am Donnerstagnachmittag bis in den Abend – auch mit Sichtschutzwänden – ab. Foto: Martin Ratajczak
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Tödlicher Unfall: Eine 29-jährige Radfahrerin verlor am Donnerstag bei einem Verkehrsunfall mit einem Linienbus auf dem Aachener Hansemannplatz ihr Leben. Die Polizei riegelte die Unfallstelle am Donnerstagnachmittag bis in den Abend – auch mit Sichtschutzwänden – ab. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Szene am Abend wirkt gespenstisch. Dutzende Radfahrer, teils mit Lastenfahrrädern, inspizieren die Unfallstelle. Da war die entsetzliche Nachricht längst über Soziale Online-Medien in alle Welt geschickt worden. Hier war einige Stunden zuvor eine 29-jährige Radfahrerin, die seit Jahren in Aachen wohnte, von einem Linienbus überrollt worden.

Noch am Unfallort erlag sie ihren schweren Verletzungen. Die Rettungskräfte, die um 15.33 Uhr alarmiert worden waren, konnten nur noch den Tod der jungen Frau feststellen.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei wollte der Busfahrer von der Monheimsallee über den Hansemannplatz nach rechts in die Peterstraße Richtung Innenstadt abbiegen. Vor oder während des Abbiegevorgangs könnte es laut Polizei zum Zusammenstoß zwischen Bus und Rad gekommen sein. Die Frau geriet unter das viele Tonnen schwere Fahrzeug.

Den Ersthelfern bot sich ein schreckliches Bild. Rettungskräfte und Polizei waren schnell vor Ort, die Unfallstelle wurde mit Sichtwänden abgeschirmt. Dahinter sammelten die Beamten nach dem Abtransport des Unfallopfers Spuren zum Unfallhergang. Die Rekonstruktion des Ablaufs ist nicht abgeschlossen. Am Abend war der genaue Hergang nach Auskunft der Polizeileitstelle noch nicht abschließend geklärt, die Schuldfrage ist offen.

Weil die Unfallstelle auf dem viel befahrenen Hansemannplatz über rund dreieinhalb Stunden abgesperrt werden musste, bildeten sich im Berufsverkehr kilometerlange Rückstaus. Diese reichten weit über den betroffenen Bereich am Alleenring hinaus. Erst gegen 19 Uhr am Donnerstagabend hob die Polizei die Sperrung der Straße wieder auf.

Zuletzt war die Zahl der Radunfälle in Aachen wieder gestiegen. 2016 zählte man laut Unfallstatistik der Aachener Polizei 316 verunglückte Radfahrer – 2,9 Prozent mehr als 2015 (307). 2014 waren es sogar 354 verunglückte Radfahrer auf Aachener Stadtgebiet. Polizeipräsident Dirk Weinspach hatte bei der Vorstellung der jüngsten Unfallstatistik im Februar 2017 beklagt: „Damit ist das Niveau nach wie vor extrem hoch.“

In trauriger Erinnerung ist vor allem noch der tödliche Radunfall vom 11. September 2016. Damals starb ein 57-jähriger Radfahrer infolge einer Kollision mit einem Pkw an der Aachener Schanz. Bei der Rekonstruktion des Unfallhergangs stellte sich heraus, dass der Autofahrer – wohl auch wegen nicht angepasster Geschwindigkeit – an der Einmündung die Vorfahrt des Radfahrers missachtet hatte. In der späteren Folge ließ die Stadt dort Stopp-Schilder montieren, um die offenkundig gefährliche Verkehrssituation zu entschärfen.

Auch an anderen Stellen wurde die Stadt in jüngster Vergangenheit tätig, wenn sie eine Häufung von Radunfällen feststellte. Die Unfallkommission und die entsprechenden politischen Gremien der Stadt veranlassten – unter anderem – neue Verkehrsführungen auf der Junkerstraße und auf dem Boxgraben. Dort ließ man Radwege und Fahrstreifen für Autos aufwendig verschwenken, um Kollisionsgefahren zu senken. Auch dort hatte es in früheren Jahren Zusammenstöße von abbiegenden Autos mit Radfahrern und Verletzte gegeben.

Obwohl die Stadt Aachen seit einigen Jahren intensiv die Infrastruktur für Radfahrer – etwa mit eigenen Verkehrsampeln für Radler und dem Ausbau von Radfahrerschutzmarkierungen – verbessert, üben Radverbände immer wieder Kritik an der ihrer Einschätzung nach viel zu gefährlichen Situation für Radfahrer in Aachen.

In den Fokus nehmen die Kritiker dabei auch die größeren Kreuzungsbereiche entlang des Allenrings – wie etwa an der Normaluhr, und eben auch auf dem Hansemannplatz. Dort dürfte die Diskussion um mehr Schutz für Radfahrer nach dem grausamen Unfall vom gestrigen Donnerstag nun neu entfacht werden.

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