Aachen - Tödlicher Unfall am Hansemannplatz: Gutachten liegt jetzt vor

Tödlicher Unfall am Hansemannplatz: Gutachten liegt jetzt vor

Von: Matthias Hinrichs
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Mahnmal am Hansemannplatz: Bis heute erinnert ein „Ghostbike“ an den tödlichen Unfall im April vergangenen Jahres. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Fast ein Jahr ist vergangen, hunderttausende Kraftfahrzeuge haben den Hansemannplatz passiert, seit eine 29-jährige Radfahrerin am 27. April 2017 an der Ecke Monheimsallee/Peterstraße von einem Aseag-Bus erfasst und dabei tödlich verletzt wurde.

Bis heute erinnert ein weiß getünchtes „Ghostbike“ an Ort und Stelle an den tragischen Unfall, Trauerkerzen und Blumen mahnen Autofahrer weiterhin, den Fuß (nicht nur) rund um die meistbefahrene Kreuzung der Stadt vom Gas zu nehmen. Doch auch nach fast elf Monaten bleibt unklar, welche weiteren Konsequenzen konkret aus dem schrecklichen Geschehen zu ziehen sind – sowohl in juristischer Hinsicht als auch bezüglich jüngster Pläne, die Sicherheit an den gefährlichsten Ecken in der City nachhaltig zu verbessern.

Mittlerweile liege zwar ein umfängliches Gutachten über den genauen Hergang des Unfalls vor, bestätigte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Katja Schlenkermann-Pitts, am Mittwoch. Die Expertise müsse aber noch geprüft werden, bevor man entscheiden könne, ob gegebenenfalls strafrechtliche Schritte gegen den Busfahrer eingeleitet würden, der die Radlerin beim Rechtsabbiegen von der Monheimsallee kommend erfasst hatte.

Kurz nach dem Unfall hatte die Stadt immerhin veranlasst, dass die rote Markierung des Radstreifens vom Hansemannplatz Richtung Heinrichsallee um elf Meter verlängert wurde. Mehrere Tage wurde die Situation rund um die Kreuzung auch durch Kameras festgehalten, um etwaige Gefahrenstellen intensiv in den Blick zu nehmen. „Die Beobachtungen haben keine besonderen Auffälligkeiten zutage gefördert“, erklärte Harald Beckers vom Presseamt.

Ende Januar hatten die Grünen per Ratsantrag gefordert, die Radwege am Hansemann ein Stück weit zu verschwenken, um mögliche Konflikte zu verhindern. Ein entsprechender Beschluss steht aber aus. 1,2 Millionen Euro wurden bereits Ende Mai 2017 für einen „Aktionsplan Verkehrssicherheit“ lockergemacht. Inzwischen sei ein externes Büro beauftragt, Verbesserungsvorschläge für die Verkehrsführung am Hansemann zu erarbeiten, sagte Beckers. Zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen waren im vergangenen Jahr schon in der Junkerstraße und an der Schanz ergriffen worden. Im September 2016 war dort ein Radfahrer bei einer Kollision mit einem Pkw ums Leben gekommen.

Nachdem der Bund im Dezember knapp über eine Million Euro Fördermittel bewilligt hat, sollen die geplanten Vorrangrouten für den Radverkehr – zunächst zwischen Eilendorf und Melaten, aber auch zwischen Oppenhoffallee und Wilhelmstraße und im Bereich Wirichsbongardstraße – nach und nach realisiert werden. Zudem wird in Kürze eine Kampagne gestartet, um Verkehrsteilnehmer zu sensibilisieren, mehr Vor- und Rücksicht walten zu lassen.

Just Anfang dieser Woche sorgte unterdessen ein neuerlicher Unfall am Hansemannplatz für Aufregung, an dem ein Aseag-Bus beteiligt war. Wenige Meter vom Fußgängerüberweg am Anfang der Jülicher Straße entfernt wollte ein Mann mit seinem Hund – ohne auf die Ampel zu achten – die Fahrbahn überqueren. Auf der Busspur wurde das Tier angefahren. Es musste eingeschläfert werden. „Obwohl Polizei und ein weiterer Aseag-Wagen vor Ort waren, hat sich niemand um den Hund gekümmert“, kritisierte AZ-Leserin Sabine Keller-Gehlen, Mitarbeiterin in einer Zahnarztpraxis an der Jülicher Straße. Sie selbst habe den Vierbeiner zum Tierarzt gebracht.

„Der Halter erklärte den Kollegen vor Ort, dass er sich selbst sofort um den Hund kümmern wolle“, bekräftigte dagegen Polizeisprecher Paul Kemen. „Andernfalls hätten wir die Feuerwehr alarmiert. Sie hätte das Tier mit einem speziellen Transportwagen in eine Klinik bringen können.“ Die Zeugin sagte der AZ, sie beobachte täglich, „dass die Busse am Hansemann oft viel zu schnell fahren“ – was Aseag-Sprecher Paul Heesel am Mittwoch umgehend zurückwies: „Gerade dort sind unsere Fahrer jetzt sehr umsichtig unterwegs. Und sie halten sich grundsätzlich an das vorgegebene Tempo.“

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