Tödlicher Stromschlag am Uniklinikum

Von: Robert Esser
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Wer trägt Schuld an dem tödlichen Unfall auf dem Gelände der RWTH-Uniklinik? Das untersucht jetzt die Kriminalpolizei. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Auf dem Gelände der Aachener Uniklinik ist Mittwochnachmittag ein Arbeiter bei einem schweren Arbeitsunfall getötet worden. Der Mann in Diensten eines von der Uniklinik beauftragten Subunternehmens erlitt offenbar einen Stromschlag beim Anschluss eines Ersatzgenerators des Stromnotversorgungssystems.

Danach gab es nach Augenzeugenberichten eine Verpuffung und ein Feuer, das von der Feuerwehr gelöscht wurde, die gegen 16.20 Uhr mit einem Großaufgebot am Steinbergweg ausgerückt war. Entgegen der üblichen Gepflogenheiten weigerte sich die Leitstelle der Aachener Berufsfeuerwehr bis zum Abend, Auskunft zu Einsatz und Unfallhergang an dem Energieversorgungszentrum unmittelbar neben dem RWTH-Klinikum zu geben.

Sie verwies lediglich auf die Pressestelle der Uniklinik. Klinikumssprecher Mathias Brandstädter wiederum verwies noch Stunden nach dem tödlichen Unglück lapidar auf die Feuerwehreinsatzkräfte und sagte wörtlich: „Ich weiß ehrlich gesagt gar nichts.“

Trotzdem drangen Informationen zum tödlichen Vorfall nach draußen, die Feuerwehrchef Jürgen Wolff schließlich am späten Abend gegenüber der Aachener Zeitung bestätigte. Der Sicherheitsdienst der Uniklinik hatte das weitläufige Gelände bereits am Nachmittag abgeriegelt und den Zugang untersagt.

Derzeit werden Notstromaggregate in einem Flachbau einige hundert Meter neben dem Klinikgebäude überholt. Dazu hat ein eigens beauftragtes Spezialunternehmen Ersatz-Notstromaggregate in Containern neben den Versorgungsbau platziert. Vermutlich verursachte dann ein Techniker eines Subunternehmers bei der Installation eines der drei Generatoren einen Kurzschluss.

Angeblich lag an besagter Stromleitung eine Spannung von 10 000 Volt an. Der Mann soll sofort tot gewesen sein, bevor er laut Augenzeugen „bis zur Unkenntlichkeit verbrannte“. Weitere Verletzte gab es nicht. Mitarbeiter des Subunternehmers, die den Unfall miterlebt hatten, wurden laut Wolff von einem Notfallseelsorger betreut. Die Feuerwehr hatte die Lage schnell im Griff, da zwei Züge der Rettungskräfte nur wenige Meter neben dem Unfallort an der Uniklinik stationiert sind.

Routinegemäß übernahm die Kriminalpolizei die Ermittlungen zur Unfallursache.

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