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TK Kurhaus ist sozial klar auf Meisterkurs

Von: Hans-Peter Leisten
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Sport trifft auf Soziales: Martin Zschirnt, Charity-Beauftragter des TK Kurhaus, hofft mit „Wabe“-Geschäftsführer Alois Poquett (rechts) auf viele Teilnehmer und große Erlöse beim Turnier. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Es ist inzwischen ein liebgewonnenes Ritual. 64 Teilnehmer legen ihre Tennisschläger auf einen großen Haufen und harren der Dinge. Dann greifen die Organisatoren des TKK-Charity-Turniers nacheinander je zwei Schläger heraus und stellen so beliebige Doppel zusammen, die dann miteinander den Turniersieger ausspielen.

Alt und Jung, mit- und gegeneinander, dabei sein, mitspielen und mithelfen – so lauten die Vorzeichen, unter denen am Sonntag, 11. September, auf der tollen Anlage des TK Kurhaus im Stadtpark Doppelturniere für alle Spielstärken ausgespielt werden. Die Mitarbeiter des Hilfsvereins „Wabe“ sind dabei mitten im Geschehen, ohne dass einer von ihnen den Schläger in die Hand nehmen muss. Es ist auch eine Tradition, dass die Einnahmen des Tages einer wohltätigen Einrichtung zugute kommen. In diesem Jahr der „Wabe“.

Dass der deutsche Spitzenklub soziales Engagement zeigt, ist seinem Selbstverständnis als Aachener Verein geschuldet. Aus diesem Grund gibt es im Vorstand auch eigens den Charity-Beauftragten Martin Zschirnt. Er kümmert sich von Beginn an um die Wohltätigkeitsturniere und hat dabei einen festen Grundsatz: „Das macht nur Spaß und ist keine Arbeit.“ Dementsprechend schneidert er auch mit seinen Mitstreitern ein Programm, bei dem der Spaß vor dem Gewinnen steht.

Von 12 bis 18 Uhr werden die Doppel mit maximal 64 Teilnehmern gespielt, nicht nach Sätzen, sondern nach Punkten und in festem Zeitrahmen. Zwischendurch gibt es jede Menge Bonbons: eine Messung der Aufschlaggeschwindigkeit, für die Sponsoren Gelder in den Charity-Topf zahlen, eine Versteigerung von Tennisequipment des Bundesligateams von Kurhaus – und eine Tombola mit Preisen im Wert von 5000 Euro.

Martin Zschirnt spricht von einer „schönen Symbiose“, die Tennis und Charity eingehen. Deshalb hat der Vorstand auch einstimmig beschlossen, der „Wabe“ die gesamte Anlage zur Verfügung zu stellen. Das Konzept des Aachener Vereins (Wohnen, Arbeit, Beratung), der sich um Menschen in schwierigen Lebenslagen kümmert, hat den TK Kurhaus schnell überzeugt: „Die Unterstützung landet direkt bei den Menschen, die Wabe kümmert sich um Flüchtlinge, sie kümmert sich nicht zuletzt um Frauen in schwierigen Situationen“, umreißt Zschirnt das Auswahlkriterium.

In der Tat soll ein großer Teil des erhofften Erlöses in ein neues Projekt der „Wabe“ fließen: ein Wohnprojekt für wohnsitzlose Frauen. Dabei geht es aber nicht – so unterstreicht „Wabe“-Geschäftsführer Alois Poquett – um eine Notschlafstelle: „Wir wollen den Frauen ein Zuhause auf Zeit bieten. Dort werden sie sozial betreut und wieder auf ein selbstständiges Leben vorbereitet.“ Eine erste Einrichtung gibt es bereits seit kurzem an der Krefelder Straße. Dort gibt es zum einen eine spezielle Beratungsstelle, zum anderen bereits sechs Wohnplätze für Frauen.

Benötigt werden in Aachen aber 18 Plätze. Diese können nicht über die Einnahmen des TKK-Charity-Turniers finanziert werden. „Da sehe ich die öffentliche Hand in der Pflicht“, sagt der „Wabe“-Geschäftsführer unmissverständlich. Sehr wohl verschaffen die Charity-Einnahmen aber Spielräume, um das Leben der Wohnsitzlosen lebenswert zu machen. Sei es mit einem Friseurbesuch, einer Fahrt oder einer kulturellen Maßnahme.

„Frauen nehmen Notschlafstellen kaum an. Darum geht es bei uns auch nicht. Sie bekommen bei uns auch Mietverträge, keine Betreuungsverträge“, erklärt Poquett. Dass der TK Kurhaus die „Wabe“ ausgewählt hat, sieht er als Auszeichnung: „Es macht mich wirklich stolz.“

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