Aachen - Tivoli: „Stadion ist betriebsbereit“

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Tivoli: „Stadion ist betriebsbereit“

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
Tivoli Akten
Wichtige Akten zum Stadion sind verschwunden. Foto: Andreas Steindl
Tivoli Mangel
Seit 2012 seien die nötigen Wartungsarbeiten an den sensiblen Anlagen eingestellt worden. Das führte zu Schäden, wobei auch Kleinigkeiten wie eingerostete Ventile ein ganzes System lahmlegen könnten Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die Alemannia braucht sich wohl keine Sorgen mehr zu machen, dass der Tivoli für die kommende Saison nicht oder nur mit Beschränkungen zur Verfügung steht. Hatte die Stadt mit Blick auf etliche Sicherheitsmängel in dem gerade sieben Jahre alten Stadion zuletzt das Ziel ausgegeben, die Heimspiele retten zu wollen, so ist die Gefahr nun offenbar vorüber.

Nach mehreren Wochen akribischer Analysen gab die Stadt bezüglich eines Gutachtens, das nicht weniger als 365 Sicherheitsmängel zum Beispiel bei der Brandschutztechnik, dem Alarmsystem, oder der Notstromversorgung aufweist,  am Mittwoch weitgehend Entwarnung.

Bei näherer Prüfung habe man feststellen können, dass viele Probleme mit relativ geringem Aufwand zu beheben seien – auch in finanzieller Hinsicht. Oberbürgermeister Marcel Philipp sagte am Mittwoch: „Das Stadion ist betriebsbereit. Es gibt keine Anhaltspunkte für Gefahren.“

Die nötigen Wartungs- und Reparaturarbeiten würden zudem voraussichtlich den auf zwei Millionen Euro gedeckelten städtischen Zuschuss für den Stadionbetrieb nicht sprengen. Die Stadt hatte das Stadion Anfang 2015 nach der Alemannia-Pleite notgedrungen für einen Euro gekauft, weil sie vorher schon die Kredite für den Stadionbau übernommen hatte. Auch die befürchteten Sicherheitsbedenken hinsichtlich der Dachkonstruktion hätten sich bei neuerlicher externer Begutachtung als nicht gravierend herausgestellt und könnten mit wenigen unaufwendigen Maßnahmen behoben werden.

Seit vier Wochen arbeitet das städtische Gebäudemanagement die Mängelliste ab, die ein Aachener Expertenbüro im März vorlegte und die für helle Aufregung gesorgt hatte. Bei zwei Prüfungen durch den TÜV 2009 und 2012 gab es die Mängel noch nicht – zumindest wurden sie nicht aufgelistet.

Doch seit 2012, so stellte man bei den Analysen fest, seien die nötigen Wartungsarbeiten an den sensiblen Anlagen eingestellt worden. Das führte zu Schäden, wobei auch Kleinigkeiten wie eingerostete Ventile ein ganzes System lahmlegen könnten. Auch sind wichtige Akten verschwunden.

Zunächst gab es Schlampereien, als die Alemannia noch Eigentümerin war. Aber auch unter städtischer Ägide hatte sich das zunächst nicht wesentlich geändert. Was mit daran liegt, dass man die für den Stadionbetrieb zuständige Tochter Aachener Stadion-Beteiligungsgesellschaft personell nicht im nötigen Maß ausstattete. Einen Ingenieur gibt es dort nicht. OB Philipp räumte ein, man habe die Aufgabe zunächst unterschätzt.

Das eigentlich für das Stadion nicht zuständige Gebäudemanagement, das hunderte Kitas, Schulen und sämtliche andere städtische Gebäude betreut, hat ein Team von Ingenieuren von diesen Aufgaben abgezogen, um den Kraftakt im Tivoli bewältigen zu können. Das könnte zeitweise zu Verzögerung bei anderen Projekten führen. Man hofft allerdings, bald einen komplette Überblick im Stadion zu haben und die Aufgabe dann der ASB wieder übertragen zu können, die personell besser ausgestattet werden soll.

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