Tivoli: Rettung erst in letzter Sekunde?

Von: Christoph Pauli
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Wird der Tivoli erst in letzter Sekunde gerettet? Für Alemannia tickt unaufhörlich der Countdown. Die Stadt Aachen erwartet mehr Zugeständnisse vom Land. „Elefantenrunde” in dieser Woche. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Es könnte eine Rettung in letzter Sekunde geben. Alemannia ist aus eigener Kraft nicht mehr lange in der Lage, die finanzielle Belastung von 5,5 Millionen Euro für Zins, Tilgung und Betrieb des neuen Tivolis zu tragen.

Auch nach monatelanger Debatte sind die Fortschritte so gemächlich wie das Driften der Kontinente. Alemannia ist in dem Verfahren nur Bittsteller. Der Verzweiflungspass ist im Rathaus angekommen, wo Oberbürgermeister Marcel Philipp auch Montag wieder betonte, dass es nur bei Verzicht bzw. Entgegenkommen aller Gläubiger eine Lösung geben kann.

Der städtische Blick geht verstärkt in Richtung Finanzministerium. Die Behörde hat bereits ihre Bereitschaft angedeutet, die Bürgschaft auf satte 40 Jahre zu verlängern. Aber damit endet bislang die Unterstützung, Geld will das Land nicht in die Hand nehmen. Damit ist Philipp nicht einverstanden.

„In einer Fast-Insolvenz-Situation muss das Land erkennen, dass die gesamte Bürgschaft auf dem Spiel steht.” Zwischen den Zeilen schimmert die Ausgangslage durch: Welche weiteren Zugeständnisse macht das Land, damit die abgesicherten 23 Millionen Euro nicht fällig werden? Das ist derzeit der Knackpunkt, denn nach Informationen dieser Zeitung hat das Ministerium eine separate Zahlung bislang abgelehnt.

Und noch einen Knoten gilt es zu zerschlagen: Seit knapp zwei Jahren ruht die Baustelle der ehemals geplanten Geschäftsstelle von Darlehensgeber Walter Hellmich. Stadt, Bau-Gruppe und Alemannia erheben gegenseitige Forderungen. Auch das Thema soll nun erledigt werden.

Bei der nächsten Ratssitzung am 25. Januar werden vermutlich nur weitere Pflöcke in den Boden gehauen. „Ich denke, dass wir dann Eckpunkte einer möglichen Beteiligung besprechen können”, formuliert Philipp. Der Durchbruch ist das immer noch nicht. Dabei tickt die Uhr in Richtung Insolvenz bedrohlich weiter. Es ist eine Pokerpartie, sagt einer, der mit am Tisch sitzt. Die Gläubiger beobachten sich, keiner will seine Position durch Zugeständnisse aufweichen.

In dieser Woche ist eine „Elefantenrunde” geplant. Bislang habe man sehr viele Einzelgespräche geführt, sagt Philipp: „Jetzt sitzen alle an einem Tisch und müssen ihren Beitrag leisten. Die Rettung klappt nur, wenn jeder mitmacht.” Im Februar ist nur eine „närrische Ratssitzung” vorgesehen. Da das Thema Alemannia-Rettung nicht zum Lachen ist, müsste eine Sondersitzung anberaumt werden. Mitte März endet der Countdown: Alemannias nächstes Lizenzisierungsverfahren beginnt, und das kann nur mit gelungener Umfinanzierung bestanden werden.
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