Tivoli-Lauf: 1300 Teilnehmer aller Generationen am Start

Von: Kristina Toussaint
Letzte Aktualisierung:
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Fast geschafft: Nach rund zehn Kilometern bis zum „Blauen Stein“ liefen die Athleten im Stadion an der Krefelder Straße ein. Ihr Einsatz galt dabei vor allem schwerkranken Kindern. Foto: Andreas Steindl
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In voller Montur unterwegs: Die „Firefighters“ der Feuerwehr liefen mit kompletter Ausrüstung, um auf die schwere Muskelerkrankung Duchenne aufmerksam zu machen.

Aachen. Perfektes Laufwetter herrschte am Sonntag für die rund 1300 Starter beim Tivoli-Lauf der Actimonda-Krankenkasse. Einer freute sich jedoch gar nicht über die Sonne, die zeitweise zwischen den Wolken hervorkam: Feuerwehrmann Marcus Reichard lief in voller Montur und mit Atemflasche auf dem Rücken ohnehin schon unter „Saunabedingungen“.

Mit der Aktion möchten die „Firefighter“ auf die Muskelerkrankung Duchenne aufmerksam machen. Die Startgebühr der Läufer kommt außerdem dem DRK-Teddykrankenhaus zugute.

Für Läufer aus allen Leistungs- und Altersklassen war beim Tivoli-Lauf die richtige Strecke dabei. Für 360 Trainierte fiel der Startschuss zum Zehn-Kilometer-Lauf um 11 Uhr: Nach einer Runde durch das Stadion galt es, die rund 45 Steigungsmeter den Soerser Weg hinauf bis „Zum Blauen Stein“ zu bewältigen. Als erster passierte Lorenzo Zanon vom DLC Aachen die Ziellinie – nach 35 Minuten und 10 Sekunden lief er vor der Zuschauertribüne ein. Schnellste Frau wurde Linda Kashikar aus Belgien mit einer Zeit von 43 Minuten und 47 Sekunden. Gehend kam Peter Schumm nach unter einer Stunde ins Ziel – der 75-Jährige ist 17-facher Deutscher Meister im Gehen.

Auch 360 Kinder geben alles

Auch die kleinen Läufer – Drei- bis Sechsjährige über eine Strecke von 300 Metern und Sechs- bis Zehnjährige über 2,5 Kilometer – konnten den einzigartigen Zieleinlauf im Tivoli genießen. Angefeuert von Eltern und Geschwistern auf der Haupttribüne, wurde auf den letzten Metern des Endspurts mit hochrotem Kopf nochmals alles gegeben. Begleitet von Maskottchen Tivo schafften es alle 160 Grundschul- und 200 Kindergartenkinder bis ins Ziel.

Im Vergleich zum ersten Jahr des Laufes, als sich das Publikum auf dem großen Gelände etwas verlaufen hat, waren Tribüne und Außengelände beim zweiten Tivoli-Lauf nun „sehr gut gefüllt“, zeigte sich Ralf Steinbrecher von Actimonda zufrieden. Auf dem Gelände hinter dem Tivoli gab es neben einer 17 Meter langen Feuerwehrrutsche vier Fahrzeuge des Löschzugs Aachen-Mitte zu besichtigen.

Nur die Meldezahlen seien etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben, so Steinbrecher. Von den Startgebühren der 1300 Läufer geht je ein Euro an einen guten Zweck: 50 Cent an das DRK-Teddykrankenhaus im Floriansdorf Aachen, wo „Dr. Tutnichtweh“ Kindern die Angst vor Ärzten und Krankenhäusern nimmt, und 50 Cent an die „Firefighters for Aktion Benni & Co.“.

Die „Firefighters“ haben es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder mit der Muskeldystrophie Duchenne zu unterstützen. Der Muskelschwund führt zum Verlust der Gehfähigkeit und fesselt die Betroffenen früh an den Rollstuhl. Um deutschlandweit Bewusstsein für die Erkrankung zu schaffen, machen die rund 100 „Firefigh-ters“ die Läufe, an denen sie teilnehmen, zum Extremsport: In voller Feuerschutzmontur, mit Helm, Sauerstoffflasche auf dem Rücken und Atemmaske holen sie das Letzte aus ihrem Körper heraus. 20 bis 25 Kilo wiegt die Ausrüstung.

Wie bei 100 Grad Celsius

Doch das größte Problem ist nicht das Gewicht, so Marcus Reichard, der beim Tivoli-Lauf an den Start ging. „Man muss sich vorstellen, man würde die Sauna auf 100 Grad aufheizen und dann da drin eine halbe Stunde auf dem Laufband laufen – so hoch ist die Belastung für den Körper.“ Aufgrund einer starken Erkältung lief Reinhard nicht wie geplant die 5,5-Kilometer-Strecke mit, sondern drehte diesmal nur eine Ehrenrunde um den Tivoli. Und nahm den Hitzestau für den guten Zweck in Kauf, während sich die Hobby-Läufer im schönsten Sonnenschein von der Stadionatmosphäre beflügeln lassen konnten.

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