Tivoli: Grüne fürchten „Rückfall in das Zeitalter der Ferkelei”

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
der neue Tivoli in Aachen
Nach mehr als 80 Jahren endet die Ära des 1928 erbauten Tivoli am Sonntag mit dem letzten Pflichtspiel gegen den FC Augsburg. Foto: dpa

Aachen. „Das wäre ein Rückfall in das Zeitalter der Ferkelei”, sagt Reiner Priggen. Und der grüne Landtagsabgeordnete legt noch einen drauf: „Das wäre unanständig bis zum Gehtnichtmehr.”

Worüber er sich so aufregt: Bei der Alemannia steht eine Entscheidung an. Nämlich die, ob es bei der Getränkeversorgung im neuen Stadion ein System mit Mehrweg- oder aber Einwegbechern gibt. Nach Priggens Erkenntnissen tendiere der Verein aus Kostengründen zum Einwegsystem. „Das kann wirklich nicht wahr sein”, kritisiert der Grüne. Bei Alemannia hält man den Ball flach: „Es ist noch keine Entscheidung gefallen”, sagt Pressesprecher Thorsten Pracht auf AZ-Anfrage.

Beide Systeme hätten Vor- und Nachteile, so Pracht. Klar ist: Das Einwegsystem wäre für Alemannia deutlich preiswerter zu haben und organisatorisch leichter zu händeln. Pracht: „Die Alemannia geht in dieser Frage sehr sorgfältig allen ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten nach.” Mit der Stadt habe man über das Thema schon vor einiger Zeit gesprochen.

Das bestätigt Dezernentin Gisela Nacken. Und der Alemannia sei klipp und klar gesagt worden, dass ein Einwegsystem für die Stadt völlig unvorstellbar sei - nicht nur aus ökologischen Gründen, sondern auch wegen der Sauberkeit: „Nach dem Spiel wird mit einem Einwegsystem der Vorplatz zugemüllt, und dann wird das Ganze möglicherweise auch noch in alle Winde verstreut”, so die Beigeordnete. Nach dem Gespräch sei die Stadt davon ausgegangen, dass das Thema erledigt ist, was aber offensichtlich doch nicht der Fall sei.

Reiner Priggen will das nicht auf sich beruhen lassen und will nun die politischen Kräfte in der Stadt gegen das Vorhaben mobilisieren, bevor es zu einer Entscheidung kommt. Weder in Köln, noch in Mönchengladbach gebe es Einwegsysteme, „nur auf Schalke wird solch eine Schweinerei betrieben”. Mittlerweile sind aber auch andere Vereine zurück zum Einwegsystem gegangen. Das dürfe in Aachen nicht sein, werde das Stadion doch eine Zierde der Stadt. Priggen: „Da kann man nicht mit solch einem Rückschritt kommen.”

Alemannia macht jedoch deutlich, dass diese Entscheidung der Verein und nicht die Stadt zu treffen habe: „Sobald die Entscheidungsfindung abgeschlossen ist, werden wir als privater Veranstalter mitteilen, welche Lösung für das neue Stadion gewählt wurde.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert