Aachen - Tivoli-Brücke: Politik rechnet mit „Plan B”

Tivoli-Brücke: Politik rechnet mit „Plan B”

Von: Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die mehr als 2,4 Millionen Euro teure Luxusversion einer Tivoli-Brücke ist aus Kostengründen beerdigt - und kostet die Stadt trotzdem mehr als 300.000 Euro. Die Planer haben sie ja geplant.

Mit wieviel Euro ein möglicherweise neuer und viel einfacherer Plan „B” in Sachen Brückenbau über die Krefelder Straße zu Buche schlagen wird, ist noch nicht klar. Gut 800.000 Euro, wie ganz am Anfang mal angesetzt? Oder mittlerweile doch eher eine Million?

Geplant werden wird sie wahrscheinlich. Zumindest scheint der Politik durch die Bank zu schwanen, dass sie künftig wieder solche Pläne auf den Tisch bekommen wird. Denn eine Verkehrsregelung ohne Fußgängerbrücke am Stadion kann sich kaum einer - das wurde am Abend im Planungsausschusss deutlich - so recht vorstellen.

Schließlich müsse man für die Fußgänger eine Verkehrsregelung finden, die sie auch bei einem mit 33.000 Zuschauern ausverkauften Haus sicher über die Straße bringt, betonte Norbert Plum (SPD): „Und das hatten wir bisher nur einmal, und da herrschte das totale Chaos.”

Planungsdezernentin Gisela Nacken versicherte zwar, dass der Bebauungsplan auch ohne das eigentlich vorgesehene Brückenbauwerk nicht rechtswidrig sei, doch bleibe die Pflicht, die Sicherheit der Fußgänger zu gewährleisten. Derzeit geschieht dies durch Polizeibeamte und Verkehrskadetten. Die Frage sein, so Nacken, ob dies auch bei vollem Haus möglich sei. Dass sich die Polizei dazu schon geäußert habe, verhehlt die Dezernentin nicht: „Dort gibt es eine große Skepsis”, räumt sie ein.

Was in Zukunft kommt, wird nun geprüft, und das in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsgutachter. Der könne schließlich nun in Sachen Verkehr „eins zu eins” überprüfen, was er vorher nur prognostizieren konnte. Die Politik wird in den nächsten Monaten jedenfalls konkrete Vorschläge serviert bekommen.

Doch am Donnerstag standen zunächst die zurückliegenden Monate im Blickpunkt, und die Verwaltung erhielt heftige Prügel für schwache Informationspolitik und eine Reihe von Pleiten, Pech und Pannen. Nacken räumte Fehler ein, verteidigte sich aber auch mit dem Zeitdruck, unter dem das Projekt stand. Regressansprüche gegenüber den Planern wegen der „horrenden Kostensteigerungen” könne man laut Rechtsamt nicht geltend machen. Doch hätten diese auf 80.000 Euro Honorar verzichtet, so Nacken.

Schief lief auch die Kooperation mit der Stawag, die einen Kanal dort buddelte, wo er nicht hin sollte. Ob dort Ansprüche geltend gemacht werden können, vermochte Nacken noch nicht zu sagen. Die Antwort soll noch folgen - wie es vermutlich auch einmal eine einfachere Tivoli-Brücke tun wird.

Dass diese dann hässlicher ist als das frisch begrabene Renommierprojekt, sei gar nicht so schlimm, hatte Andreas Müller (Linke) einen Trost parat: „Die Alemannia kann uns die Brücke dann ja schön spielen.”
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