Tivoli: Bald doch noch Open-Air-Konzerte?

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
10877795.jpg
Hat gut lachen: Geschäftsführerin Kristina Wulf freut sich, in den nächsten fünf Jahren den Business-Bereich des Tivolis vermarkten zu können. Das eröffnet neue Perspektiven. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Große Open-Air-Veranstaltungen im Innenraum des Tivoli – das wurde aus baulichen Gründen bisher kategorisch ausgeschlossen. Nun aber ist es ganz und gar nicht mehr ausgeschlossen. Denn Kristina Wulf, Geschäftsführerin des Eurogress, hat derlei Events fest im Blick. „Durch die Bauart des Stadions gibt es Einschränkungen, aber wir werden sehen, was geht“, sagt sie.

Und man wolle nicht gleich mit einer ganzen Reihe solcher Veranstaltungen loslegen, sondern erstmal vielleicht mit einer im Jahr. „Dazu muss man ja auch zunächst bei den Konzertveranstaltern einen Fuß in die Tür bekommen. Die Konkurrenz ist da groß, es gibt viele geeignete Stadien für so etwas. Aber ein Klassik-Festival oder auch ein Pop-Konzert könnte sich Wulf gut auf dem – dann geschützten – heiligen Alemannia-Rasen vorstellen.

Solche Perspektiven kann die Geschäftsführerin jetzt entwickeln, weil das Eurogress mit der ebenfalls städtischen „Aachener Stadion-Beteiligungsgesellschaft“ (ASB) endlich einen mehrjährigen Mietvertrag geschlossen hat. In den nächsten fünf Jahren ist das Eurogress für die Vermarktung des Business-Bereichs im Stadion zuständig. Die ASB hatte den Tivoli Anfang des Jahres für einen Euro dem Insolvenzverwalter der Alemannia-Stadion GmbH abgekauft – und damit auch alle laufenden Kosten, derzeit fast zwei Millionen Euro pro Jahr, übernommen.

Das Eurogress ist nun ebenso Mieter der ASB wie Alemannia selbst oder auch das Spielcasino. Oben genannte Open-Air-Veranstaltungen spielen dabei natürlich zunächst keineswegs die Hauptrolle. Vielmehr will das Eurogress die 3200 Quadratmeter Business-Flächen auf zwei Ebenen vielfältig an Mann, Frau und Firma bringen. Flexibilität ist dabei reichlich vorhanden, denn es sind Veranstaltungen von zehn bis zu 1000 Personen möglich.

Präsentationen, Seminare, Tagungen, Konferenzen – das und vieles mehr können beispielsweise Unternehmen dort veranstalten. Das Eurogress fungiert dann zusammen mit Catering- und Ausstattungspartnern sozusagen als „Generalanbieter“. Aber auch Hochzeiten, Geburtstage, Kommunionsfeiern oder anderes auf privater Ebene können dort stattfinden. Stadionführungen und/oder Kicker-Turniere beispielsweise kann man gleich noch mitbuchen.

In der Statistik für 2014 finden sich 97 Veranstaltungen im Tivoli. Mehr als die Hälfte davon waren Tagungen und Seminare von Firmen. Im Privatbereich waren es lediglich fünf Buchungen – was also noch ausbaufähig ist. Für das laufende Jahr rechnet Wulf bereits mit 120 Veranstaltungen – oder sogar wegen der nun klaren Mietverhältnisse noch mehr. Denn das macht alles deutlich besser planbar, vor allem bei großen Events, die einen langen Vorlauf haben. Bisher, seit Juli 2013, hatte das Eurogress immer befristete Mietverträge, was Probleme insbesondere bei Großveranstaltungen mit sich brachte. Das ist nun anders.

Einzig der Fußball bringt Unwägbarkeiten mit sich. Das deswegen, weil die Spiele von Alemannia seitens des Verbandes eben nicht ein Jahr im Voraus terminiert werden, sondern deutlich kurzfristiger. Diese Einschränkung muss das Eurogress hinnehmen, denn an Spieltagen in Liga und Pokal hat Alemannia Vorfahrt. „Wir haben bisher aber immer eine Lösung gefunden“, so die Geschäftsführerin. Für andere Spiele wie etwa in der Saisonvorbereitung gilt: Ist ein Termin vom Eurogress belegt, muss sich Alemannia anders orientieren – oder man findet auch hier gemeinsame Lösungen.

Synergieeffekte sieht Kristina Wulf natürlich auch mit „ihrem“ Stammhaus an der Monheimsallee. So könnte ein Kongress im Eurogress beispielsweise in einer Abendveranstaltung im Tivoli münden. Zudem hätten beide Häuser ihre Vorteile – das Euro-gress eben für das klassische Kongressgeschäft und der Tivoli auch für den Eventbereich.

Geld hat das Eurogress auch noch in die Hand genommen und Investitionen in Multimediatechnik und Ton getätigt. Gewinne hat der Tivoli indes bisher für das Eurogress nicht abgeworfen. Geld könne man eben vor allem mit großen Veranstaltungen verdienen, sagt Wulf. Die werden jetzt – siehe oben – besser möglich. Und vielleicht ja tatsächlich auch das eine oder andere Open-Air-Konzert.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert