„Titel-Bilder“: Rasante Veränderung der Medienwelt

Von: Kathrin Albrecht
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Blick in die Gutenberg-Galaxis: Brigitte Burgmer stellt im Internationalen Zeitungsmuseum „Titel-Bilder“ aus. Foto: Michael Jaspers

Aachen. „Anstatt zu einer großen Alexandrinischen Bibliothek zu werden, ist die Welt zu einem Computer geworden, einem elektronischen Gehirn, genau wie kindliche Science-Fiction.“ Dies schrieb der kanadische Medientheoretiker Marshall McLuhan Anfang der 60er in seinem Werk „Die Gutenberg-Galaxis“ über die Veränderungen der medialen Welt.

Obwohl die Segnungen der aktuellen Zeit wie das Internet oder die Smartphones zu McLuhans Zeit noch Zukunftsmusik waren, klingen seine Thesen wie ein Orakel der medialen Entwicklungen der letzten 30 Jahre. Thesen wie „Das Medium ist die Botschaft“ oder auch das Schlagwort vom „globalen Dorf“ prägen heute die Medientheorie. Und sie inspirierten die Kölner Künstlerin Brigitte Burgmer zu einer außergewöhnlichen Bilder-Serie.

40 Zeitungen aus den Jahren 1980 bis 1981 gestaltete sie zu eigenen „Titel-Bildern“ um. Burgmer schuf damit nicht nur einen zeitgeschichtlichen Spiegel des Jahres 1981, sondern ein eigenes Panorama der „Gutenberg-Galaxis“, gespickt mit thematischen Anspielungen darauf, wie mediale Kommunikation der Tagespresse funktioniert, angefangen über Bild, Text und Layout, bis hin zu verschiedenen Druckverfahren. Ihre „Bild-Zeitungen“ sind nun im Internationalen Zeitungsmuseum ausgestellt.

Für Museumsleiter Andreas Düs-pohl besitzt die Serie neben zeithistorischen Verweisen auch aktuelle Bezüge. „Wir kennen drei große Medienrevolutionen: Die Entwicklung der Schrift, die Erfindung des Buchdrucks und das digitale Zeitalter. In der letzten Phase sind wir noch mittendrin, ohne zu wissen, wo sie letztendlich hinführt. Zentrale Aussagen McLuhans zu dieser Entwicklung werden von Brigitte Burgmer in den Titel-Seiten aufgegriffen.“ Wie beispielsweise die zunehmende Digitalisierung der Medienlandschaft.

Für die Ausstellung in Aachen hat sie eine Begleitzeitung erstellt und viele Hintergründe zu ihren Titel-Bildern noch einmal neu recherchiert. „Das war auch für mich ein neuer Zugang. Es tut gut zu sehen, dass sich einige Dinge in den letzten Jahren doch zum Positiven entwickelt haben.“

Begleitend zur Ausstellung wird ein umfangreiches museumspädagogisches Programm angeboten, wie beispielsweise der Workshop „Nachrichten für die Zukunft“ mit der Künstlerin am 17. März oder der Workshop „Titel-Bilder ganz persönlich“ für Kinder und Jugendliche am 26. Mai. Die Ausstellung wird am 9. März um 19 Uhr im Beisein von Brigitte Burgmer eröffnet und ist bis zum 9. Juni dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr zugänglich. Info und Anmeldung zu Führungen und Workshops unter Telefon 4324935.

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