„Tischmanieren“: Wenn das Abendessen zur Zerreißprobe wird

Von: Svenja Pesch
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Brand. Allein das Wort sorgt bei vielen schon für einen erstarrten Gesichtsausdruck. Die Stimmung fährt auf den Nullpunkt. Die Rede ist vom Familientreffen. Auch die Theatergruppe der Martin-Luther-Kirche hat sich in ihrem Stück „Tischmanieren“ von Alan Ayckbourn den Verwicklungen innerhalb einer Familie gewidmet.

Norman, Ehemann der erfolgreichen Ruth, bringt mit seinem Bedürfnis nach Anerkennung seine gesamte Umgebung und vor allem Schwager und Schwägerin an den Rand des Nervenzusammenbruchs. So kommt es, dass Norman mit Anni, Ruths Schwester, für ein Wochenende wegfahren will. Die beiden verbindet eine kurze Affäre. Doch Anni möchte eigentlich, dass Tom, Tierarzt mit dem Talent, immer das Falsche zu sagen, ihr endlich seine Liebe gesteht. Und dann sind da noch Sarah und Rich – eigentlich ein Vorzeigeehepaar mit zwei Kindern. Eigentlich. Die Situation droht zu eskalieren, als alle gemeinsam an einem Tisch zu Abend essen.

Uwe Loeper, Pfarrer der Gemeinde und Darsteller des Norman, betont die Vielschichtigkeit, die hinter den Charakteren steckt: „Einerseits sind die auftretenden Personen gefestigt durch Beruf und Familie. Doch im Laufe des Stücks wird deutlich, dass sie alle irgendwo gescheitert sind.“ Sei es die Auffassung, dass die Ehe wie ein Vertrag ist, bei dem die Partner „einfach inkompatibel“ sind, oder die beidseitige Erkenntnis, mit „dem widerlichsten Menschen“ liiert zu sein – es tun sich viele menschliche Abgründe auf.

Für die Theatergruppe, die seit 16 Jahren jedes Jahr eine Inszenierung präsentiert, ist Ayckbourn wegen seines Facettenreichtums einer der Lieblingsautoren. Pfarrer Loeper: „Da wir für die Eintrittskarten keine Preise festgelegt haben, gibt jeder Zuschauer das, was er für richtig hält. Das Geld spenden wir dann an verschiedene Einrichtungen.“ Wobei angesichts der aktuellen Geschehnisse auf den Philippinen die Einnahmen der letzten beiden Vorstellungen an die Katastrophenschutzhilfe der Diakonie gehen. Eine stolze Summe von 1400 Euro ist dadurch zusammengekommen. Die Gelder der anderen Vorstellungen gehen zu je einem Drittel an das Café Zuflucht, das Frauenhaus Alsdorf und an mobile Hospizgruppen.

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