Tierschutzgala: Tanzende Fellnasen verzaubern Zweibeiner

Von: Carolin Kruff
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Stars auf vier Beinen: Vor allem die tanzenden Hunde faszinierten das tierliebe Publikum im Ballsaal des Alten Kurhauses. Foto: Andreas Schmitter
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Ausgezeichnet: Lutz Vierthaler, Vorsitzender des Tierschutzvereins, und Ehrengast Merle Kulenkampff. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Wie heißt Kulenkampffs Tochter, die das Leben auf dem Bauernhof dem Trubel der Großstadt vorzog?“ Diese Frage stammt aus dem Wissensspiel Trivial Pursuit, die richtige Antwort lautet: Merle Kulenkampff.

Mitgebracht hatte das Fragekärtchen zur 5. Tierschutzgala im Ballsaal des Alten Kurhauses am Samstagabend Dr. Claudia Ludwig, die viele Jahre die WDR-Sendung „Tiere suchen ein Zuhause“ moderierte. Aus gutem Grund: Denn im Rahmen der Gala wurde die engagierte Tierschützerin Merle Kulenkampff mit der Tierschutzmedaille ausgezeichnet.

Die Tochter der Fernseh- und Bühnenlegende Hans-Joachim Kulenkampff hat ihr Leben den Tieren verschrieben. „Meine Tierliebe ist mir angeboren. Ich habe schon immer Viecher gehabt“, so die resolute und bodenständige Preisträgerin, die das erste Mal Aachen besuchte. „Als ich am Telefon erfuhr, dass ich die Tierschutzmedaille erhalte, habe ich mich sehr gefreut. Ich musste erst einmal im Atlas nachsehen, wo Aachen überhaupt liegt. Es ist aber sehr hübsch hier, vor allem der Dom und die schönen alten Häuser gefallen mir.“

Seit über 30 Jahren engagiert sich Kulenkampff im Tierschutz. Vor 25 Jahren hat sie sich im Waldviertel in der Nähe des österreichischen Mostbach mit einer Töpferwerkstatt niedergelassen und kurze Zeit später dort den Amselhof gegründet, ein Asyl für kranke, altersschwache, aber auch „heimatlose” Tiere. Heute leben dort rund 150 Tiere – Pferde, Rinder, Schafe, Esel, ein Schwein, Hühner, Katzen, Hunde, Vögel, Meerschweinchen und Hasen. Seit 2007 ist dort auch ein Tierschutzverein ansässig.

In ihrer Dankesrede erzählte sie von den Anfängen des Amselhofs, von ihrer anstrengenden, aber schönen Arbeit, die ihr kaum Freizeit lässt, und von abenteuerlichen Rettungsaktionen für einen afrikanischen Wildesel sowie zehn Zwerghühner. Dabei betonte sie, dass Tierschutz vor der eigenen Haustür anfängt.

Neben einem vegetarischen Drei-Gänge-Menü, das von Manfred Tirtey und seinem Team gezaubert wurde, gab es auch den einen oder anderen Ohrenschmaus für die 160 Gäste der Tierschutzgala. Der bekannte Männerchor „Capella a Capella“ begeisterte mit Gesangskunst auf Öcher Platt und Hochdeutsch, humorvolle und witzige Texte inklusive. Einzigartig war der Auftritt des Capella-a-Capella-Mitglieds Markus Krings, der mit „Jölde Hazz va Oche“ die Herzen der Zuschauer im Sturm eroberte.

Das lässige Duo Peter Sonntag (Bass) und Rick Takvorian (Gesang Klavier und Gitarre) begeisterte hingegen mit Blues, Jazz und Rock – von „Summertime“ über „Riders in the storm“ bis hin zu Stevie Wonders „Superstition“. Spätestens bei ihrem Auftritt zu fortgeschrittener Stunde saß kein Gast mehr auf seinem Stuhl.

Die eigentlichen Stars des Abends betraten jedoch auf jeweils vier Beinen und Pfoten die Bühne und trugen anstatt edler Robe oder Anzug ein Fell. Die beiden Hunde Asim und Mirabelle zeigten bei einer Freestyle-Dog-Dance-Vorführung mit Frauchen Karen Uecker, einer ausgebildeten Tänzerin und Hundetrainerin, was Hunde außer „Platz“ und „Sitz“ alles drauf haben.

Der dreieinhalbjährige Groenendael „Asim“ ist bereits ein Bühnenprofi und legte mit Frauchen zu dem Klassiker „Por Una Cabeza“ einen feurigen Tango aufs Parkett – an diesem Abend untermalt mit „Hundegesang“, eine spontane Einlage, wie Uecker im Anschluss versicherte. 2012 nahm das ungewöhnliche Tanzduo sogar bei der RTL-Show „Das Supertalent“ teil. Die zweijährige und noch etwas schüchterne Mixhündin „Mirabelle“ steht noch am Anfang ihrer Bühnenkarriere, verzauberte aber mit kleinen Kunststücken und einer gehörigen Portion Charme. Sie wurde vor einem Jahr aus einer ungarischen Tötungsstation gerettet und genießt nun ihr neues Leben im Rampenlicht.

Durch das rund vierstündige Programm in „Wohnzimmer-Atmosphäre“ führte das gewitzte Moderatorenteam Dr. Claudia Ludwig und Lutz Vierthaler, Vorsitzender des Tierschutzvereins der Städteregion Aachen e. V. Der Erlös der Gala geht an das Tierheim Aachen. Viele ehrenamtlichen Helfer und Sponsoren sorgten dafür, dass der Abend ein voller Erfolg wurde. Zudem verzichteten alle Künstler auf ihre Gage. Die Organisation der Gala lag maßgeblich in den Händen von Irit Tirtey und Ute Pennartz vom Kulturbetrieb der Stadt Aachen.

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