Tierpark: 60 Nägel im Sandkasten entdeckt

Von: Matthias Hinrichs
Letzte Aktualisierung:
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Gefährlicher Fund im Tierpark: Im Sandkasten des Spielplatzes wurden rund 60 dieser Nägel für Dachpappe entdeckt.

Aachen. Dass kleine Kinder zuweilen mit allerlei Stiften hantieren, ist ja nichts Besonderes. Allerdings sollte es sich dabei tunlichst nicht um Metallstifte handeln. Ausgerechnet auf dem Spielplatz des Tierparks haben etliche Nägel, die plötzlich im Sandkasten der Anlage aufgetaucht waren, am Sonntag für entsprechende Aufregung gesorgt.

„Gegen 16 Uhr hat sich ein besorgter Vater am Empfang gemeldet, weil er eine Handvoll davon aufgelesen hatte“, bestätigte Tierpark-Leiter Wolfram Graf-Rudolf am Montag auf Anfrage. Dabei habe es sich um etwa anderthalb Zentimeter lange, sehr spitze Nägel zur Befestigung von Dachpappe gehandelt. Sofort hätten sich etliche Besucher daran gemacht, sie einzusammeln. Rund 60 Stück seien dabei aus dem Sand gezogen worden. Die Polizei ermittelt.

Der Vorfall erinnert an einen üblen Fall von grobem Unfug auf einem Fußballplatz von Raspo Brand, der die Fahnder im Frühjahr vergangenen Jahres intensiv beschäftigte. Graf-Rudolf bezweifelt indes, dass die unschöne Überraschung diesmal auf eine gezielte und böswillige Aktion zurückzuführen ist. „Der Sandkasten wird jeden Morgen gründlich gereinigt und geharkt, bevor die Besucher kommen“, betonte er.

„Dabei ist am Sonntagmorgen nichts Auffälliges zutage getreten.“ Denkbar sei, „dass irgendjemand sie im Laufe des Tages mitgebracht hat, vielleicht, um damit zu spielen.“ Naturgemäß sei an diesem schönen Sommersonntag an der Oberen Drimbornstraße viel los gewesen. Graf-Rudolf schätzt die Zahl der kleinen und großen Gäste auf 2000 bis 2500.

Polizeisprecher Paul Kemen berichtete am Montag, dass Besucher in unmittelbarer Nähe des Sandkastens eine entsprechende Verpackung gesichtet hätten. „Ein Mann hat der Kassiererin nach deren Aussage erzählt, er habe ein Kind mit dem Päckchen spielen sehen.“

Zu klären sei auch, ob die Kurznägel bei irgendwelchen Arbeiten im Umfeld vergessen worden seien. „Wir ermitteln jetzt wegen Verdachts auf versuchte gefährliche Körperverletzung“, erklärte Kemen. „Mit den Ereignissen bei Raspo ist das Ganze nach derzeitiger Erkenntnis allerdings nicht zu vergleichen.“

Im März 2015 waren auf der Anlage am Wolferskaul rund 100 Stahlnägel in den Rasen gesteckt worden – glücklicherweise war die Untat rechtzeitig entdeckt worden. Nach umfangreichen Ermittlungen machte die Polizei vier Jugendliche dingfest, die zugaben, die Nägel „aus einer Laune heraus“ auf dem Spielfeld platziert zu haben. Gegen zwei der Täter stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren ein, weil sie sich bereits wegen weiterer Delikte zu verantworten hatten.

Einer der Jugendlichen blieb gänzlich unbehelligt, da sich herausstellte, dass er bei der Aktion gar nicht beteiligt gewesen war. Der vierte Beschuldigte musste sich zur „Teilnahme an einem erzieherischen Gespräch“ verpflichten, wie Wilhelm Muckel, Sprecher der Staatsanwaltschaft, auf Nachfrage berichtete. Danach wurde das Verfahren auch gegen ihn eingestellt.

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