„Tiefenbohrer der Kunstgeschichte“ nach 35 Jahren verabschiedet

Von: Christiane Chmel
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Auch der musikalische Rahmen im Suermondt-Ludwig-Museum passte: (v.l.) Museumsdirektor Peter van den Brink, Kulturbetriebschef Olaf Müller, Förderer Hans-Josef Thouet und OB Marcel Philipp (2.v.r.) verabschiedeten Dr. Adam Oellers (3.v.r.). Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Als einen „Tiefenbohrer der Kunstgeschichte“ bezeichnete ihn Olaf Müller, Leiter des Kulturbetriebes Aachen in seinen Horatio: Am Freitagabend feierte der stellvertretende Direktor der Aachener Museen Dr. Adam Oellers seinen Abschied nach 35 Jahren im Dienste der Stadt Aachen.

Die Räume des Suermondt-Ludwig-Museums waren ein angemessener Ort für diese Feierlichkeit, denn Oellers war nicht nur in seinem Berufsleben, sondern von Kindesbeinen an der Kunst sehr nahe. 1949 wurde er als Sohn des Bildhauers Günther Oellers und der Malerin Edith Oellers-Teuber in Linz am Rhein geboren. Seine Jugendzeit verbrachte er in Duisburg und wuchs in einem Elternhaus auf, in dem die Bildende Kunst eine prägende Rolle spielte. Es folgte das Studium der Kunstgeschichte, Mathematik, Philosophie und Volkskunde an den Universitäten von Bonn und Wien und die Promotion 1978. Nach einer kurzen Station im Museum Ludwig in Köln folgte er dem Ruf aus Aachen, wo man ihm das Amt eines Kustos an den Museen der Stadt Aachen und unter anderem die Leitung des stadtgeschichtlichen Museums Burg Frankenberg übertrug.

Später übernahm er mehrmals die Gesamtleitung der Aachener Museen, wurde 1998 zum Oberkustos und stellvertretenden Direktor befördert und erhielt von 1992 bis 2004 einen Lehrauftrag für Stadtbaugeschichte an der Fakultät für Architektur der RWTH Aachen.

„Aachen hat ihn nicht mehr los gelassen. Und das ist gut so“, stellte Oberbürgermeister Marcel Philipp in seiner Rede fest. Er dankte Oellers besonders für seine engagierte Betreuung der stadtgeschichtlichen Sammlung. „Ohne diese Vorgeschichte wäre das Centre Charlemagne so nicht denkbar gewesen.“

Museumsdirektor Peter van den Brink und Hans-Josef Thouet, Vorsitzender des Museumsvereins, hoben das umfangreiche kunstgeschichtliche Wissen Oellers hervor und dankten ihm für die freundschaftliche Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. „Ohne persönliche Freundschaft fehlen den wissenschaftlichen Arbeiten die Wärme und die Tiefe“, antwortete Oellers in seiner Dankesrede. Wenn auch nicht als Mitarbeiter der Stadt Aachen, so bleibt Dr. Adam Oellers der Wissenschaft erhalten: Auch in Zukunft will er weiterhin mit neuen Veröffentlichungen und Forschungen ein „Tiefenbohrer der Kunstgeschichte“ bleiben.

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