Tiefe Einblicke in andere Kinderwelten

Von: Anja Klingbeil
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Verrostet sind Gabel und Löffel. Schmutzig der Teller. Und dennoch haben vor nicht allzu langer Zeit Kinder von diesem Geschirr gegessen im vom Krieg gebeutelten Irak.

„Das ist traurig”, sagt Judah. Der Zehnjährige hält die Sachen vorsichtig in seinen Händen und schaut nachdenklich. „Manche Kinder leben ganz anders als wir hier. Sie müssen sogar manchmal in den Krieg ziehen”, sagt der Viertklässler der Grundschule am Höfling. Gemeinsam mit seinen Klassenkameraden besucht er die Ausstellung „Andere Kinderwelten” in der Sparkasse am Friedrich-Wilhelm-Platz.

Unser Redakteur Manfred Kutsch und seine Frau Silke haben in den Brennpunkten der Welt von Haiti bis Sierra Leone, von Afghanistan nach Kambodscha recherchiert und fotografiert für die Partnerschaft zwischen Unicef und der Aachener Zeitung. Sie halten in ihren Bildern die Gesichter von Kindern fest. Von Vixon etwa. Einem neunjährigen Jungen aus Malawi. Er hält eine Puppe aus Draht, Plastik und Wollfäden in der Hand. Oder von der achtjährigen Crisme aus Port-au-Prince. Sie steht vor den Trümmern ihres vom Erdbeben zerstörten Elternhauses.

Jedes Foto erzählt eine Geschichte, ein einzelnes Schicksal einer Kindheit zwischen Krieg und Flucht, Armut und Überlebenskämpfen. Verknüpft sind die Fotografien mit Exponaten und Fundstücken, die Manfred und Silke Kutsch von ihren Reisen mitgebracht haben.

Wie das Kochgeschirr, das Judah und seine Klassenkameraden nun bei einer Führung durch die Ausstellung anfassen konnten. „Das ist beeindruckend, weil wir das gar nicht so kennen”, sagt Judah zehnjähriger Klassenkamerad Dilan. „Es ist schön zu sehen, wie sehr unsere Kinder in Deutschland das berührt”, sagt Manfred Kutsch. Es berührt und beeindruckt nachhaltig. Etwa das Überlebenspaket aus Sierra Leone. Gefüllt mit einem Moskito-Netz, einem Vitamin-Präparat, Erdnusspaste, Seife, Zucker und Salz kostet es gerade einmal acht Euro. Rettet aber ein Leben.

Insgesamt zehn Schulklassen werden von Manfred und Silke Kutsch durch die Ausstellung begleitet. Die Führungen waren direkt ausgebucht, freut sich auch Christiane Raumanns, Sprecherin der Aachener Unicef-Arbeitsgruppe, die das Angebot organisiert hat. Viele Schulen kommen auch einfach so in die Ausstellung, sagt Manfred Kutsch. Das ist übrigens noch bis Freitag, 15. April, möglich.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert