Aachen - Thouet-Preis: Ovationen für gleich zwei Öcher Originale

Thouet-Preis: Ovationen für gleich zwei Öcher Originale

Von: Peter Schopp
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Und über allem steht „ming Heämatstadt“: Zum großen Finale stimmten alle Mitwirkenden mit dem neuen Träger des Thout-Preises, Gerhard Dünnwald (Mitte), und der neuen Trägerin der Dreikönigskette, Caroline Reinartz (rechts daneben), Öcher Liedgut an. Foto: Andreas Herrmann
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Launige Begrüßung: Ägid Lennartz, Vorsitzender des Vereins Thouet-Preis, konnte mehr als 700 Besucher im Krönungssaal willkommen heißen. Foto: Andreas Herrmann
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Ein Ständchen für den früheren Schulleiter: Auch die Kinder der Domsingschule bereicherten das Programm. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Wenn über 700 Aachenerinnen und Aachener stehend Ovationen verteilen, wenn auf der Bühne sich das „Who is who“ der Aachener Mundartszene zum Schlussbild einfindet, wenn lauthals mitgesungen und kräftig mitgeschunkelt wird, und wenn das alles an geschichtsträchtiger Stelle im Krönungssaal des Rathauses stattfindet – dann ist der 6. Januar!

Gerhard Dünnwald nahm freudestrahlend am Freitagabend vor komplett gefülltem Saal den diesjährigen Thouet-Mundartpreis entgegen, der traditionell am Dreikönigstag verliehen wird. Doch das war längst nicht alles bei dieser kurzweiligen Preisverleihung.

Das Ambiente passte zum Anlass. Rathaus und Krönungssaal hatten sich fein gemacht für eine Veranstaltung, die zum 33. Mal stattfand, deren Ursprung auf den damaligen Prinz Karneval Christophe I. Thouet und seine Familie zurückgeht und die seither den mundartlichen Höhepunkt des Jahres bildet. Gleichzeitig sorgt der Verein „Thouet-Mundartpreis der Stadt Aachen e. V.“ seither für viele Aktionen, die das Öcher Platt erhalten und wieder im Alltag etablieren sollen.

Natürlich sicherte die Rathausgarde der Öcher Duemjroefe bereits früh die Aufgänge, Sternsinger baten um Spenden, und Ewald Storck sorgte mit dem Akkordeon für Stimmung, bevor es überhaupt losging. Ägid Lennartz als neuer Vorsitzender des Vereins griff bei seiner Begrüßung auf den Aachener Sprachschatz zurück, fand bei „G“ wie Gäste aber nur den Eintrag: “Siehe unter Jott“. Und so wurden alle „Jäste bejrüßt“, Oberbürgermeister Marcel Philipp mit „Jattin Jabi“ war neben zahlreichen Größen der Polit-Szene genauso anwesend wie Vertreter der Kirche, von Lennartz als „de Jeweihten“ willkommen geheißen.

Schnell wurde das Augenzwinkern erkennbar, welches sich sprachlich durch den ganzen Abend ziehen sollte, brillant in Szene gesetzt vom „Hausmeister“ Manfred Savelsberg, der durch das Programm führte. Ein erster Höhepunkt stand mit der Verleihung der Dreikönigskette an Caroline Reinartz an. Diese wird in loser Reihenfolge Öchern verliehen, die sich um den Erhalt ihrer Muttersprache verdient gemacht haben. „Was habe ich mich darauf gefreut“, begann Philipp seine Laudatio auf Reinartz, stellte die allseits bekannte und teils berüchtigte Gradlinigkeit der Geehrten heraus und zollte ihr Lob und Respekt für das nie nachlassende Engagement in Sachen Freiheit und Rechte der Bürger ihrer Stadt.

Reinartz sprachlos? Glaubt keiner!

Die Reinartz’sche Rede wurde mit stehenden Ovationen bedacht, war doch allen schnell klar, dass da eine Frau auf der Bühne stand, die ihr Wort zu tun weiß, immer versehen mit dem ihr eigenen Öcher Humor. Auch wenn sie, als sie von der Ehrung erfuhr, kurz sprachlos war, was ihr aber niemand glaubte!

Die Vorstandsmitglieder zeigten sich derweil ausgesprochen flexibel, Lennartz war sowohl als Redner als auch am Piano aktiv, und Markus Krings, letztjähriger Thouet-Preisträger und Vorstands-Beisitzer, schlüpfte zwischendurch ins Ensemble von Capella a Capella, um gesanglich auf den Höhepunkt des Abends hinzusteuern. Gitta Haller, Uwe Brandt, Jupp Ebert, Laura Lennartz, Hella Kohlen, Kim Hermanns, die Kinder der Domsingschule, Gaby Dufern und Kurt Radermacher mit Manfred Savelsberg, De Originale – sie alle trugen dazu bei, diesen Abend zu einem Besonderen zu machen.

Als die Übergabe des Thouet-Preises anstand, war in vielen Beiträgen eines klar geworden: Gerhard Dünnwald ist ein verdienter Preisträger! Er, der zeitlebens für den Domchor tätig war, seit Ewigkeiten in der Jakobstraße lebt und von 1996 bis 2010 die Domsingschule leitete, machte seine Schüler zu Botschaftern für den Dom, die Stadt und das Öcher Platt. Treffender als Laudator Dr. Manfred Birmanns, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, konnte man es nicht formulieren: „Etwas ist nicht dann perfekt, wenn man nichts mehr hinzufügen kann. Nein, etwas ist erst dann wirklich perfekt, wenn man nichts mehr weglassen kann!“ Dom, Aachen, Domsingschule, Öcher Platt, Gerhard Dünnwald, Thouet-Preis – da kann man nichts weglassen!

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