Aachen - Thouet-Preis geht fremd: Zwei Nicht-Öcher kommen zu Ehren

Thouet-Preis geht fremd: Zwei Nicht-Öcher kommen zu Ehren

Von: stm
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Thouet-Preis für Leo Bardenheuer (4.v.r.), Dreikönigs-Kette für Hubert Herpers (6.v.r.): Oliver Thouet (Mitte) und das Kuratorium lüfteten am Donnerstag das Geheimnis um die Preisträger 2015.

Aachen. Lejjv Keänger, wat es da nu meng? Dr Thouet-Priis ejje Zeäche va Rejenalesierung än Jlobalesierung? Fakt ist: Gleich zwei Herren kommen beim Mundartpreis anno 2015 zu Ehren, die gar keine Öcher sind! Da ist zum einen Sparkassenchef Hubert Herpers. Dessen Wiege stand gar in einstigem Feindesland, erblickte er doch in Alsdorf-Schaufenberg das Licht der Welt.

Und Schaufenberg gehörte früher zum Herzogtum Jülich. Na, ein Glück, dass der Wehrhafte Schmied am Donnerstag nicht im Weißen Saal des Rathauses zugegen war. Nur Caroline Reinartz, aber die schwingt eher den verbalen Hammer. Und dann wäre da der Mann mit dem schönsten Schnäuzer in Aachen – zumindest einem der schönsten: Leo Bardenheuer, langjähriger Zeremonienmeister der Krüzzbrür.

Der Mann kommt aus Malmedy, was nach seiner Ansicht zwar durchaus „netter“ als Schaufenberg ist, aber eben auch nicht os Oche. Sei‘s drum: Beide haben sich ihre Auszeichnungen verdient, weil sie dazu beitragen, os Modderesproech erstens am Leben zu halten und zweitens in der Gesellschaft zu verankern.

Nach einem Grußwort von OB Marcel Philipp war es an Oliver Thouet als Vorsitzendem des Vereins „Thouet-Mundartpreis der Stadt Aachen“ – auch im Gedenken an seinen verstorbenen Bruder Christophe, „Erfinder“ des Mundartpreises – die Spannung hoch zu halten. Denn wie immer war „das Preisträger“ bis Donnerstagabend ein streng gehütetes Geheimnis. Er bekundete, dass man das Engagement auf breitere Ebene ausdehne und die Sprache an neue Personengruppen herantrage. Seit Donnerstag gibt es deswegen auch eine eigene Internetseite (www.thouet-mundartpreis.de).

Umrahmt von Öcher Bonmots, vorgetragen von Hannelore Thönnessen, Elfriede Schulz und Herbert K. Oprei, und von der stimmgewaltigen „Capella a Capella“ lüftete Thouet schließlich das Geheimnis – oder diesmal besser: die Geheimnisse. Hubert Herpers erhält bei der Preisverleihung am Dreikönigstag die Dreikönigs-Kette. Er ist nach Hans Hahn, Matthias Stevens, Heini Mercks und Ulla Schmidt erst der fünfte Träger dieses Sonderpreises.

Der 31. Träger des Mundartpreises wird indes Leo Bardenheuer. Der lehnte bis zum großen Augenblick noch entspannt in hinterster Reihe am Fenster. Doch als dann die Namen fielen, gab es erstens ein großes „Oh!“ und „Ah!“ aus den Reihen der vielen Gäste. Und zweitens waren die Herren Preisträger erstmal platt wie Schnitzel in der Frittenbude.

Bardenheuer erzählte, er habe mit Wendelin Haverkamp neulich noch darüber parliert, was wäre, wenn mal einer einen Preis ablehnt. Da sei es ja jetzt eigentlich an ihm, denn: „Den Preis habe ich nicht verdient“, meinte er bescheiden. Nun, er wird ihn am 6. Januar natürlich entgegennehmen, und bis dahin „noch fleißig Öcher Platt üben“. Und wenn auch beide Preisträger von Aachen aus gesehen aus dem Ausland kommen: Das Öcher Hazz tragen sie am rechten Fleck. Weswegen das Kuratorium im Sinne va os Heämet einmal mehr ins Schwarze getroffen hat.

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