Thouet-Mundartpreis überrascht Musiker Dieter Böse

Von: Robert Esser
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Vorfreude: der designierte Träger des Thouet-Mundartpreises Dieter Böse (Mitte), Bürgermeister Norbert Plum (r.) und der Vereinsvorsitzende Ägid Lennartz mit vielen Freunden des Öcher Platts. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Neuer Träger des Thouet-Mundartpreises der Stadt Aachen wird der Öcher Rockmusiker Dieter Böse. Er wird am 6. Januar 2018 im Krönungssaal geehrt. Böse, der zuvor nichts von seiner Auszeichnung wusste, war am Mittwochabend im Weißen Saal des Aachener Rathauses derart überrascht von der hohen Ehre, dass er erst die Arme hochriss – und es ihm dann fast die Sprache verschlug.

Als nichtsahnender Akteur für eine kleine musikalische Geburtstagseinlage an die Adresse des 90-jährigen Platt-Papstes Hein Engelhardt am Abend verpflichtet, ging er als designierter Mundartpreisträger nach Hause: „Ich fühle mich sehr geehrt, ich hab noch nie in meinem Leben einen Preis gekriegt“, sagte Böse nach der Atempause. „Ich freue mich auf den 6. Januar, werde mein Bestes geben“, sagte er dann nach einiger Zeit und strahlte in die Runde.

Vor 66 Jahren in Aachen geboren, verheiratet mit seiner Frau Jeannette, der er bereits am Mittwoch ein besonderes Dankeschön aussprach, lebt Dieter Böse in Haaren. Ägid Lennartz, Vorsitzender des Vereins Thouet-Mundartpreis der Stadt Aachen, nannte ihn einen „Rockmusiker durch und durch, der ein großer Verehrer von Udo Lindenberg ist“.

Was charakteristisch ist für den beliebten Interpreten: Text und Musik seiner Lieder stammen aus der eigenen Feder. Böse legt Wert darauf, nicht nur Öcher-Platt-Texte über Dom, Rathaus, Rues än de Kriem zu schreiben, sondern Geschichten von der Straße, von und über Öcher zu erzählen. „Eine Nische der Musik“, wie Böse selbst sagt. „Darin liegt fraglos seine große Stärke, er trifft den Öcher Ton – und die Öcher“, so Lennartz.

Nach eigenen Aussagen hat Böse sich die Texte seiner Lieder bei der Briefzustellung ausgedacht. Der pensionierte Postbeamte war Zusteller bei der Post. Je nach Anlass ist der 66-Jährige alleine, wie am Mittwoch im Duo mit Gitarrist Salvatore Camiola oder im Quartett „Böse mal anders“ mit Camiola, Schlagzeuger Oliver Lutter und Bassist Adi Zehnpfennig unterwegs.

Bürgermeister Norbert Plum war der erste Gratulant. „Dieter Böse sorgt seit langer Zeit und sehr kontinuierlich auf unverwechselbar authentische Art und Weise dafür, dass unsere Sprache und das Leben in unserer Stadt auch auf der musikalischen Bühne ihren Platz haben“, erklärte er.

Lennartz wies ausdrücklich auf die besondere Situation hin, dass die Bekanntgabe des Mundartpreisträgers am Abend des Beerdigungstages von Hans-Josef Thouet, dem „Vater“ des Preises, erfolgte: „Es gab von der Familie den ausdrücklichen Hinweis, dies bitte genauso zu machen.“ Lennartz hob die besonderen Verdienste des Ehrenvorsitzenden hervor – und erinnerte ebenso an die kürzlich gestorbene Trägerin der Dreikönigskette, Caroline Reinartz.

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