Aachen - Thopas im Suermondt-Ludwig-Museum: Dem Unbekannten Raum geben

Thopas im Suermondt-Ludwig-Museum: Dem Unbekannten Raum geben

Von: Kathrin Albrecht
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Zuspruch für den in der Kritik stehenden Museumsdirektor: Oberbürgermeister Marcel Philipp bei der Ausstellungseröffnung mit Peter van de Brink. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Seine Zeichnungen zeugen von einer außergewöhnlichen Handwerkskunst und doch ist der niederländische Künstler Johann Thopas aus dem 17. Jahrhundert heute nicht einmal mehr den meisten seiner Landsleute ein Begriff.

Seinen Bekanntheitsgrad ein wenig steigern dürfte die aktuelle Ausstellung im Suermondt-Ludwig-Museum, die Diestagnachmittag offiziell eröffnete.

Nach dem sehr gut gefüllten Vortragssaal des Museums zu urteilen, gab es genug Kunstinteressierte, die neugierig auf den weitgehend unbekannten Künstler waren. Viele unter den Gästen waren aus den Niederlanden angereist. „Eigentlich hatte ich gedacht, um 15 Uhr kommt niemand“, kommentierte Direktor Peter van den Brink den Zuspruch augenzwinkernd. Am Tag zuvor hatte er in der Sitzung des Kulturausschusses Rede und Antwort über seine Arbeit stehen müssen, nun überließ er zunächst den Gastrednern das Podium.

In seinem Grußwort stärkte Oberbürgermeister Marcel Philipp dem Museumsdirektor demonstrativ den Rücken, lobte die „wieder einmal“ gelungene Zusammenstellung der Ausstellung, trotz des anstrengenden Karlsjahres, die eine gelungene Ergänzung zur Tefaf in Maastricht darstelle. Zu verdanken sei dies vor allem Peter van den Brink.

Gerichtet an die Kritiker des Museumsleiters kommentierte er: „Ich wünschte, der ein oder andere Ratskollege aus dem Kulturausschuss mehr wäre heute hier“, was bei den Anwesenden spontanen Szenenapplaus auslöste. Unter den Gästen befanden sich auch Bürgermeisterin Margrethe Schmeer (CDU) und Kulturdezernentin Susanne Schwier.

Nachdem Bernd Scholtz aus dem niederländischen Generalkonsulat Grüße überbracht und das gute Verhältnis zwischen Deutschen und Niederländern gelobt hatte, und Emelie Gordenker, Leiterin des Museums Mauritshuis in Den Haag, das bekannteste Gemälde des Künstlers vorgestellt hatte, ergriff doch noch einmal van den Brink das Wort: „Ich muss ein paar Antworten auf Fragen geben“, begann er seine kurze Rede.

Warum darf ein unbekannter Künstler ausstellen, wenn ein bekannter womöglich mehr Publikum anziehen würde? Van den Brink: Auch das Unbekannte brauche einen Raum, um erfassen zu können, wie in einer Kunstepoche gearbeitet wurde. Er räumte ein, „so unbekannt wie Thopas war noch keiner“, was es aber umso notwendiger mache, diesen Künstler einmal vorzustellen.

Die Antwort auf eine weitere Frage, warum die Ausstellung den englischen Titel „deaf, dumb & brilliant“ (auf Deutsch: „taub, stumm und brilliant“) trage, ist einfach: „Es klingt besser als im Deutschen oder Niederländischen“, so van den Brink. Außerdem sei der Titel eine Hommage an einen Titel aus der Rockoper „Tommy“ der britischen Band The Who, was in der Pressemitteilung und auch in der Beamer-Präsentation prompt für einen Fauxpas sorgte. Denn dort wurde die Ausstellung nicht mit „deaf, dumb & brilliant“, sondern mit „deaf, dumb & blind“ (auf Deutsch: „taub, stumm und blind“) angekündigt, entsprechend einer Textzeile aus dem The-Who-Titel „Pinball Wizzard“. Eine Einführung in das Werk gab Professor Rudolf Eckkart, der auch den Ausstellungskatalog verfasste. Er begleitet das Werk des niederländischen Künstler aus dem 17. Jahrhundert seit 45 Jahren.

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