Thermalwasserroute: 100.000-Euro-Zuschuss soll fließen

Von: Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:
13186947.jpg
So soll es werden: Beginnend am Startpunkt Centre Charlemagne soll sich die Thermalwasserroute ...
13186957.jpg
... über zehn Stationen in der Innenstadt erstrecken – das Bahkauv soll dabei stündlich kräftig dampfen.

Aachen. Als die Verantwortlichen der Bürgerstiftung Lebensraum diese Verwaltungsvorlage gelesen haben, dürfte ihnen die Lektüre ganz kräftig die Laune vermiest haben: Schließlich stand in dem Papier, dass die Verwaltungsspitze beschlossen habe, ihr bislang nicht nur wegen seines beispielhaften bürgerschaftlichen Engagements allseits gelobtes Projekt „Thermalwasserroute“ quasi finanziell trockenzulegen.

Der bereits im Jahr 2014 zugesagte Zuschuss von 100.000 Euro zu der Idee, die Themen Quellen und Thermalwasser in der Stadt an diversen Stellen anschaulich und multimedial darzustellen (siehe auch Grafik), solle im kommenden Jahr nicht im Haushalt vorgesehen werden. Der Verwaltungsvorstand sehe „sich angesichts der schwierigen Haushaltslage nicht in der Lage, die Neueinstellung der Mittel zu empfehlen“, hieß es in der Vorlage für die Politik.

„Zusagen auch einhalten“

Dass das vorbildliche Vorhaben damit kurzerhand platzen würde, räumte die Verwaltung nun im städtischen Planungsausschuss auf Nachfrage unumwunden ein. Da der städtische Zuschuss Grundlage für weitere Fördermittel sei – die NRW-Stiftung „Natur – Heimat –Kultur“ hat 155.000 Euro zugesagt, der Landschaftsverband Rheinland weitere 65.000 –, müsse das Geld spätestens 2017 fließen – „sonst ist das Projekt tot“.

Doch so weit wird es erst einmal nicht kommen. Die Politik sorgte im breiten Schulterschluss dafür, dass die Vertreter der Bürgerstiftung Lebensraum, die die Sitzung besuchten, sie relativ gut gelaunt verlassen konnten. Denn es gab nicht nur abermals quer durch alle Fraktionen großes Lob für die „tolle Idee“, die „Wasserstadt Aachen“ für Bürger wie Besucher attraktiver und greifbarer zu machen, sondern auch eine handfeste Entscheidung: Einstimmig beschloss der Planungsausschuss, dass die 100.000 Euro im kommenden Haushaltsjahr eingeplant werden sollen. Schließlich müsse man, wie es Norbert Plum als planungspolitischer Sprecher der SPD betonte, „Zusagen auch einhalten“.

Außerdem sei „das Thermalwasserthema in Aachen bislang sehr unterbelichtet“, so Ullrich Gaube von den Grünen. Darüber hinaus schwante wohl allen Politikern, was für ein fatales Signal man mit einem Beschluss gesetzt hätte, wenn dem bürgerschaftlichem Engagement kurzerhand der Geldhahn zugedreht worden wäre. Und nicht zuletzt verbirgt sich hinter dem Thema wohl auch eine kleine Machtfrage zwischen Politik und Verwaltung. „Es gibt schließlich einen Beschluss des Planungsausschusses aus dem Jahr 2014“, erklärte der Ausschussvorsitzende Harald Baal (CDU), „und der wird durch eine Entscheidung des Verwaltungsvorstandes nicht außer Kraft gesetzt.“

Kleiner „Tipp“ für die Verwaltung

Sicher nicht ganz zufällig gab Baal der Verwaltung auch noch einen kleinen „Tipp“ mit auf den Weg. Da es sich bei den 100 000 Euro um Investitionsmittel handele, könne man doch zum Beispiel auch im laufenden Haushaltsjahr einmal nachschauen, ob es bei anderen Haushaltsposten noch entsprechende „Reste“ gebe, die in diesem Jahr nicht ausgegeben worden sind. Auf diese Art und Weise könnte das dringend benötigte Geld für die Thermalwasserroute möglicherweise sogar noch in diesem Jahr fließen, so der Ausschussvorsitzende: „Wenn man will, dann geht das bestimmt.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert