Thermalwasser am Kiosk in der Rotunde

Von: Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:
kioskbild
Tage der Selbstbedienung sind gezählt: Am Elisenbrunnen sprudelt bald kein Heilwasser mehr aus den Brunnen. Stattdessen plant die Stadt die „kontrollierte Abgabe” in einem Kiosk in der Rotunde. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die ursprüngliche Idee hatte Charme und Stil: Die historische Trinkhalle unter dem Elisenbrunnen wollte die Stadt für rund 300.000 Euro sanieren und dort Thermalwasser anbieten. Doch der Plan ist offenbar vom Tisch, weil er einerseits zu teuer ist, andererseits auch Gehbehinderte außen vor ließ.

Stattdessen müssen Touristen und einheimische Thermalwasserkonsumenten nun die Sparversion für den klassizistischen Schinkelbau schlucken: In einem „Kiosk” soll das schwefelhaltige Nass künftig in der Rotunde ausgeschenkt werden.

Kein Scherz, sondern eine ganz ernsthafte Mitteilung: Im Planungsausschuss wird die Verwaltung die Politik am Donnerstag von diesem Plan in Kenntnis setzen. Dass überhaupt etwas am seit jeher bewährten System der Selbstbedienung am Thermal-Trinkbrunnen geändert werden muss, ist allerdings keine Idee der Stadt, sondern einer verschärften Gesetzeslage geschuldet.

Denn das Öcher Heilwasser gilt aufgrund seiner Inhaltsstoffe - unter anderem das giftige Arsen - nicht mehr als Mineral- oder Tafelwasser, sondern als Arzneimittel. Und das bedeutet, dass es nicht mehr in „unkontrollierten Mengen” abgegeben werden darf.

Deshalb sind die Tage der beiden Trinkbrunnen in der Rotunde gezählt, werden die Hähne dort zugedreht - und eine Leitung in den Kiosk gelegt. Dort bedient dann im Übrigen nicht irgendeine Thekenkraft: Die „kontrollierte Abgabe”, so die Verwaltung, muss vielmehr von einer „sachkundigen Person im Sinne des §167; 50 des Arzneimittelgesetzes” vorgenommen werden.

Rund zwei Drittel der Investitionskosten, die für die Sanierung der alten Trinkhalle veranschlagt waren, werden übrigens trotzdem fällig. Denn die Decke des historischen Kellerraumes und damit der Boden der Rotunde ist marode und muss in jedem Fall für rund 200.000 Euro erneuert werden.

Wie teuer das neue Kiosk-Konzept für die Stadt wird, teilt die Verwaltung indes noch nicht mit. Allerdings schlägt man „wegen des prominenten Ortes” eine „hochwertige” Gestaltung vor.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert