Aachen - Themencheck: Wie wollen Sie den ÖPNV zukunftsfähig machen?

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Themencheck: Wie wollen Sie den ÖPNV zukunftsfähig machen?

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Pius zweiter Teil
Jonas Siebertz (18), Marie Jacobs (17) und Lena Springsfeld (16) vom Pius-Gymnasium fragen, welche Konzepte die Politiker für den Öffentlichen Personennahverkehr in Aachen haben. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Schüler des Pius-Gymnasiums fühlen vor der Kommunalwahl am 25. Mai den OB-Kandidaten auf den Zahn. Die zweite Frage kommt von Jonas Siebertz (18), Marie Jacobs (17) und Lena Springsfeld (16): Nach dem Nein beim Bürgerentscheid zur Campusbahn ist das Verkehrsproblem nach wie vor nicht gelöst. Was wollen Sie nun in dieser Frage tun? Wie soll auf anderen Wegen die Situation im ÖPNV verbessert werden?

Gaby Breuer, CDU

"Nachdem im Bürgerentscheid eine Mehrheit der Aachener Bevölkerung eine "elektrische Stadtbahn" abgelehnt hat, bleibt für die Lösung der angesprochenen Verkehrsprobleme nur ein verbessertes Busangebot. Wir setzen dabei auf Hybrid- und Elektrobusse mit modernster Technik. Wir hoffen, dass wir so einen ausreichenden Fahrplan anbieten können, der auch in punkto Pünktlichkeit ein gutes Angebot für alle darstellt. Das ist eine große Herausforderung."

Michael Servos, SPD

"Die SPD steht weiterhin für das Ziel eines komfortablen, umweltfreundlichen ÖPNV ein. Das bedeutet, dass wir das bestehende Busnetz langfristig durch ein leistungsfähiges Parallelsystem ergänzen müssen. Bis dahin können wir die Pünktlichkeit und die Kapazität nur durch zusätzliche Eigentrassen, Ampelbevorrechtigungen ausbessern. Andere Maßnahmen, wie z..B. die Beschaffung größerer Busse und die Einstellung zusätzlicher FahrerInnen werden schon jetzt von der Aseag umgesetzt."

Roland Jahn, Die Grünen

"Eine Stadtbahn hätte das Verkehrsproblem natürlich am besten lösen können. Aber jetzt konzentrieren wir uns auf den Ausbau des Bussystems mit Elektrofahrzeugen und auf möglichst flexible Kombiangebote aus ÖPNV, CarSharing und E-Bike-Verleihsystemen. Wir wollen neue Busspuren und Fahrradtrassen einrichten. Der Ausbau des Bussystems wird zusätzliches Geld kosten. Wir brauchen hierfür Fördergelder wie beim Stadtbahnprojekt und müssen auch mehr Geld im Haushalt bereitstellen, damit die Qualität besser wird."

Peter Blum, FDP

"Es ist ein Trugschluss, dass durch die Einrichtung der Campusbahn die Probleme des ÖPNV gelöst worden wären. Schließlich handelte es sich hier um eine einzige Linie und betraf nicht die Gesamtheit des Busnetzes. Das Busnetzgutachten 2015 zeigt Lösungsansätze für die Gesamtstadt auf, die konsequent verfolgt werden müssen und nicht von Ideologien verwässert werden dürfen. Die Unregelmäßigkeiten des Busverkehrs 2013 waren durch eine Ausnahmesituation bei der Aseag bedingt. Ansonsten ist die Quote der Aseag besser als der Bundesdurchschnitt."

Andreas Müller, Die Linke

"Nach dem Aus für die Campusbahn müssen wir auf anderen Wegen versuchen, das Angebot zu verbessern. Wir brauchen eigene Bustrassen auf den Hauptachsen, z.B. dem Adalbertsteinweg. Das macht die Busse schneller und auch pünktlicher. Den hässlichen Bushof wollen wir durch eine Zentralhaltestelle an der Kreuzung Peterstraße/Blondelstraße ersetzen. Damit der ÖPNV umweltfreundlicher wird, brauchen wir Busse mit Elektroantrieb. Das Problem der ausgefallenen Fahrten ist leicht zu lösen: Genügend Fahrer einstellen."

Thorsten Rumor, FWG

"Es gab schon zur Campusbahn ein alternatives Buskonzept, das eine höhere Frequenz von Bussen zu Stoßzeiten vorsah. Dieses gute Konzept wurde mit der fehlgeleiteten Verkehrsplanung Campusbahn von den etablierten Parteien verworfen. Die Situation beim ÖPNV kann durch einen Einsatz von konventionellen oder E-Bussen verbessert werden und entsprechend hoher Frequenz in den Stoßzeiten, damit könnte auch dem Problem der Unpünktlichkeit zu kritischen Zeitpunkten besser begegnet werden. Darüber hinaus bestehen eine Reihe weiterer Ansätze, mit denen die Verkehrsengpässe entzerrt werden können, bspw. durch eine Verschiebung von Vorlesungsveranstaltungen von den klassischen Kernzeiten 7.30-8.30 Uhr und 16-17.30 Uhr in graduell spätere bzw. kürzere Veranstaltungszeiten. Das sind Dinge, über die man mit der RWTH und der FH reden kann und muss."

Christoph Allemand, UWG

"Ein attraktiver zuverlässiger ÖPNV benötigt immer staatliche Unterstützung. Dies ist bei Bund und Land einzufordern. Eine neue und andere Stadtbahnplanung muss von Beginn an unter Einbeziehung der Aachener Bürger erfolgen, wenn dies nur den Hauch einer Chance erhalten soll. Genau dies ist - wie so oft - nicht oder nur sehr spät erfolgt. So wurden die Stadtbahnpläne konsequenterweise von der Mehrheit der Aachener per Bürgerprotest abgelehnt."

Matthias Achilles, OB-Kandidat Piratenpartei

"Die Aseag versucht, den Nahverkehr auf Drängen der Politik möglichst sparsam durchzuführen. Deswegen ist vieles auf Kante genäht und führt bei Baustellen, Personalausfall oder Großveranstaltungen in Aachen schnell zu Überfüllung und Unpünktlichkeit. Es wäre sinnvoll, hier mehr Geld zur Verfügung zu stellen. Das Tarifsystem halten wir für verwirrend.. Gelegenheitsnutzer oder Touristen werden damit von der Benutzung abgeschreckt."

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