Themencheck: Wie möchten Sie die Inklusion voran treiben?

Letzte Aktualisierung:
20140521_0000297c5249b993_ortwig.jpg
Nadine Ortwig (17) fragt, wie die Inklusion behinderter Menschen in Aachen verbessert werden kann. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Schüler Fragen, Politiker antworten: Im letzten Teil unseres Themenchecks vor der Kommunalwahl fragt Nadine Ortwig, 17 Jahre, vom Aachener Pius-Gymnasium:Was möchten Sie in den nächsten Jahren in Aachen für Menschen mit Behinderung tun, um sie besser in die Gesellschaft zu integrieren?

Hubert Bruynswyck, CDU

Ziel muss die Aufhebung und Verminderung der vielen unterschiedlichen Barrieren sein. Dazu haben wir schon viele Projekte in Stadt und Region auf den Weg gebracht, z.B. die Schaffung eines Blinden- und Sehbehinderten-Leitsystems, die Einrichtung von Fahrdiensten, ein Wegenetz für Gehbehinderte und ein Stadtplan für behinderte Menschen. Inklusion bei Kitas und Schulen betrifft uns alle und stellt eine große Herausforderung dar.

Rosa Höller-Radtke, SPD

Wir wollen den Inklusionsauftrag ernstnehmen und dafür sorgen, dass Menschen mit Behinderung überall mitmachen können, und zwar von Anfang an und mittendrin. Wir brauchen einen Inklusionsplan, in dem deutlich wird, dass Verschiedenartigkeit als Bereicherung wahrgenommen wird, so dass niemand zurückgelassen wird. Hierfür müssen die erforderlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Die Einrichtung von betriebsintegrierten Arbeitsplätzen, um die Kompetenzen zu nutzen und Teilhabe zu sichern, ist einer von vielen Mosaiksteinen.

Lisa Lassay, Die Grünen

Wir setzen uns für den Abbau von Barrieren und die chancengleiche Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben ein. Die Umsetzung des Inklusionsgedankens wird eine Hauptaufgabe der nächsten Jahre sein. Wir werden den Besuch der Regelschulen für Menschen mit Behinderungen ermöglichen, aber auch Fördereinrichtungen dort erhalten, wo sie gebraucht werden. Wir bemühen uns um Barrierefreiheit im Alltag, im Straßenbau, in öffentlichen Verkehrsmitteln und im Wohnungsbau.

Frank Hansen, FDP

Menschen mit Behinderungen haben es trotz des zurzeit diskutierten Inklusionsthemas immer noch schwer. Beispiel: die Barrierefreiheit. Nicht nur öffentliche Gebäude, Straßen und Plätze sind besser zugänglich zu machen, sondern ebenso im gesamten Wohn-, Lebens- und Arbeitsumfeld muss hier Obacht gegeben werden. Dabei ist auch eine Behinderung nicht nur auf körperliche Einschränkungen zu fokussieren, sondern die geistigen und zunehmend psychischen Behinderungen (gerade in der Arbeitswelt) müssen in Betrachtungen und Entscheidungen berücksichtigt werden.

Leo Deumens, Die Linke

Wir setzen uns für die Verwirklichung einer inklusiven Gesellschaft ein, in der niemand benachteiligt wird. Inklusiver Schulunterricht ermöglicht Schülern mit Handicap gleiche Bildungschancen, kann jedoch die individuelle Förderung nicht ersetzen. Die Kommunen müssen darauf drängen, dass das Land die Kosten der Inklusion übernimmt und für ausreichend und gut ausgebildete Pädagogen sorgt. Auch die Barrierefreiheit muss in vielen Bereichen noch verbessert werden.

Thorsten Rumor, FWG

Bei allen Planungen im öffentlichen Raum müssen die Verwaltung und die Politik intensiv mit den Verantwortlichen der einzelnen Behindertenorganisationen zusammen arbeiten. Grundsätzlich sind sie bei jeder Planung anzuhören.

Ute Piwowarsky, UWG

Barrierefreie Stadtplanung sollte grundsätzlich immer durch frühzeitige Einbeziehung der Behindertenvertreter durchgeführt werden! Noch immer sind behinderte Menschen aufgrund von überflüssigen Barrieren von Teilen des öffentlichen Lebens ausgeschlossen. Ziel muss sein, dass allen Behinderten eine selbständige Nutzung öffentlicher Einrichtungen ebenso wie eine selbständige Nutzung des öffentlichen Raums ermöglicht wird!

Bertram Eckert, Piratenpartei

Neben Themen wie Inklusion muss vor allem bei Bauvorhaben darauf geachtet werden, dass für sehbehinderte Bürger Leitmöglichkeiten mit eingeplant und dann auch wirklich gebaut werden. Beim Katschhof z.B. gab es Planungen, welche dann aber nicht gut umgesetzt wurden. Es muss unserer Ansicht nach außerdem mehr Inklusionsplätze bei Schulen und Kitas geben.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert