Aachen - Thema Müll: Liebesgrüße ans Kehrmännchen

Thema Müll: Liebesgrüße ans Kehrmännchen

Von: Birgit Broecheler
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Aachen. Wer macht eigentlich unsere Stadt sauber? Was leistet die Stadtreinigung? Und wie sehen die Bürger das Thema Müll? Mit diesen Fragen haben sich sieben kreative Köpfe des Projekts LAB EA („Labor für Einfall statt Abfall“) auseinandergesetzt und Maßnahmen für die Kampagne „Sauberes Aachen“ entwickelt.

 Jetzt präsentierte das Team erstmals seine Vorschläge der Öffentlichkeit. Die wichtigsten Punkte: Die „Kehrmännchen“ sollen ein Gesicht bekommen, die Bürger für das Problem Müll sensibilisiert werden.

„Wir wollen die Situation der Stadtreiniger darstellen und Rückmeldung von der Bevölkerung erhalten – ohne den Zeigefinger dabei zu erheben“, sagt David Grasekamp von LAB EA, einer Initiative des Gründerzentrums Kulturwirtschaft und der Stadt Aachen. Er und seine Kollegen finden: Die Stadtreiniger – liebevoll auch „Kehrmännchen“ genannt – machen die Straßen in Aachens City sauber, aber niemand sieht oder beachtet sie. Das will LAB EA ändern.

Die Bürger sollen ein neues Bewusstsein für das Thema entwickeln und schließlich auch ihr Verhalten ändern. Erste Maßnahme: „Liebesgrüße“ an die Stadtreiniger. Nach Karneval will LAB EA eine Post-Box in Form eines Abfallbehälters am Elisenbrunnen aufstellen und Postkarten in Cafés verteilen. Die Öcher können darauf Lob und Tadel an die Kehrmännchen loswerden.

Dieter Lennartz, Abteilungsleiter Abfallwirtschaft beim Stadtbetrieb, verdeutlicht das Problem: „85 Kehrmännchen säubern in Aachen rund 450 Straßenkilometer pro Woche. Was sauber ist, wird nicht gesehen. Erst wenn es dreckig ist, nehmen die Bürger Anstoß.“ Anerkennung und Respekt fehle gegenüber den Stadtreinigern, die in Problemzonen wie dem Ostviertel, rund um den Hauptbahnhof und der Pontstraße massiver Verschmutzung gegenüberständen.

„Doch alle Maßnahmen können nicht fruchten, wenn die Bürger kein Bewusstsein haben.“ Deshalb wollen die Kreativköpfe, die aus den Bereichen Design, Medien, Kunst, Architektur und Musik kommen, nun die Stadtreiniger in den Vordergrund stellen. „Wenn man weiß, wer die Straßen saubermacht und eine Beziehung zu demjenigen aufbaut, wirft man Müll vielleicht nicht mehr so einfach weg“, mutmaßt Projektteilnehmerin und Designerin Ekram Bsiri.

Die Grüße an die Kehrmänner sollen aber nicht die einzige Maßnahme des LAB EA sein. Weitere Maßnahmen wie ein Müll-Café oder das Anbringen von Mülleimern an Karnevalswagen sollen Oberbürgermeister Marcel Philipp Ende Februar präsentiert werden.

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