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Theaterschule Aachen: Ruf der Liebe im Doppelpack

Von: Eva Onkels
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„Ach, warum muss mein Herz so voll von Liebe sein?“: Die jungen Akteure der Theaterschule zeigt zwei Klassiker rund um das schönste Thema der Welt im Haus in der Schleswigstraße 15. Foto: Heike Lachmann

Aachen. „Ach, warum muss mein Herz so voll von Liebe sein“, seufzt die junge Amine, gespielt von Berna Kilicli. Besonders schwierig ist das dann, wenn der Auserkorene so eifersüchtig ist wie Eridon, ein Schäfer, in den sich Amine verguckt hat.

Johann Wolfgang von Goethes „Die Laune der Verliebten“, eines seiner ersten vollendeten Werke, ist eines von zwei Stücke, das von den Schülern der Theaterschule Aachen für Schauspiel und Regie am Donnerstag aufgeführt wird.

Es ist auf der einen Seite hoffnungslos romantisch, wirkt aber auf der anderen Seite geradezu mahnend und fordert Schauspieler und Publikum. Der Einakter ist ein sogenanntes Schäferspiel und dauert gerade einmal 25 Minuten. Spannend an der Inszenierung ist vor allem die Besetzung. Vorgesehen sind für die Rollen von Eridon, Amine, Egle und Lamon vier Darsteller, die Theaterschule führt sie mit sieben auf.

Eridon und Lamon werden von den selben drei Männern gespielt, und auch die Rolle der Egle ist auf drei Frauen verteilt. Die ist zwar, wie Regisseur Roman Kohnle, gleichzeitig Dozent an der Schule, betont, „keine ganz neue Idee“, aber eine, die spannend ist und Schwerpunkte anders setzen kann.

Direkte Sprache

„Ein sehr wesentlicher Grundgedanke an der Aufteilung ist, die schwierigen Texte in direkte Sprache aufzubrechen.“ Denn Goethes Werk ist vollständig gereimt und hält sich an ein strenges Versmaß. Das erfordert auch von den Schauspielern einiges, droht man doch, schnell in gedichtstypisches Leiern zu verfallen und dem Text so jede Verständlichkeit zu rauben.

Das zweite Stücke des Abends wird Kleists „Amphitryon“ sein, auch eine Geschichte über Männer und Frauen. „Es geht in den Aufführungen im Allgemeinen um Frauen und Männer, um Spielarten menschlicher Archetypen“, erklärt Kohnle. Kleists Tragikomödie erzählt die Geschichte von Amphitryon, der, nachdem er aus dem Krieg heimgekehrt ist, den Eindruck bekommt, seine Frau habe ihn betrogen. „In ‚Die Laune der Verliebten‘ geht es um die Liebe zwischen jungen Menschen“, so Kohnle, „‚Amphitryon‘ widmet sich den verheirateten Paaren.“

Rund ein Semester lang haben die Schauspielschüler an den Stücken gearbeitet. „Im Grunde“, so Kohnle, „ist es eine Probenzeit von sechs Wochen, verteilt auf ein Semester.“ Damit ist man schon sehr nah dran an Probenzeiten, die auch in großen Theatern benötigt werden.

Ingeborg Meyer, Leiterin der Theaterschule, betont, dass am 13. und 20. Februar die Aufnahmeprüfungen für das Wintersemester 2016 stattfinden. Besteht man diese Prüfung, kann man sich an der Theaterschule in einer dreijährigen professionellen Ausbildung zum Schauspieler oder Regisseur ausbilden lassen. Weitere Infos gibt es unter http://www.theaterschule-aachen.de/ausbildung

Weitere Aufführungen

Premiere feiert die etwa 90-minütige Doppel-Aufführung am Donnerstag um 20 Uhr in der Theaterschule Aachen, Schleswigstraße 15. Weitere Aufführungstermine sind 28. Januar und 4. Februar. Der Eintritt kostet 7 Euro (ermäßigt 5 Euro), Karten gibt es an der Abendkasse oder unter 0241-4450645.

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