Theaterfreunde atmen ganz viel Bühnenluft

Von: Peter Motz
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Tiefe Einblicke auch im Wortsinne: Von der Obermaschinerie konnten beim Theaterfest ungewohnte Blicke auf die Bühne geworfen werden. Und die wurde natürlich auch von den Besuchern erobert. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Theater? Welches Theater?”, mag man in Anlehnung ans neue Spielzeitmotto des Theaters Aachen formulieren. Und zwar nicht als ignorante Frage eines Kunstbanausen, sondern als Ausdruck kultureller Begeisterung. Denn ein Theaterfan hat in dieser Stadt eigentlich nur eine Qual: die der großen Auswahl. Was das Theaterfest unter Beweis stellte.

Schon kurz vorm Start um 12 Uhr mittags gab es eine lange Schlange auf dem Theaterplatz. Viele Familien stellten sich an, um sich die Teilnahme an den zahlreich angebotenen Workshops zu sichern. Ensemblemitglieder luden den ganzen Nachmittag über ein zum Mitmachen, zum Bühnenluftschnuppern. Da konnten Kinder erste Steppschritte lernen.

Da konnten Erwachsene sich noch einmal wie auf der Schulbank fühlen und lernen, wie ein Schauspieler so viel Text lernt. Da gab es so vieles mehr, dargeboten immer mit einem Lächeln. Die Theaterprofis gaben sich im besten Sinne so, wie sie ihr eigentliches Tagewerk, ihre Aufführungen, nicht so gerne beurteilt lesen mögen: nett!

Musik auf dem Vorplatz

Theater zum Anfassen, das ging natürlich nicht überall. Aber allein der Blick von der Galerie der Obermaschinerie hinunter auf die Bühne begeisterte viele. Am Abend „schweben” drei Kinder im Koffer per Seilzug ins Rampenlicht, wurden Teilnehmer der Kulissentour neugierig gemacht auf die „Zauberflöte”. Und wer keine Premierenkarte hatte, der konnte trotzdem dabei sein. Die Musik wurde am Abend live auf den bewirteten Theaterplatz übertragen, als „Public Listening”. Zum Hören und Sehen wurde dort schon vorher viel geboten: von Jazz bis zu Auszügen aus der Reihe „Instant Music” und der „Dreigroschenoper”.

Theaterintendant Michael Schmitz-Aufterbeck nutzte die schöne Atmosphäre, um mit seinem Publikum ins Gespräch zu kommen. Wer mit ihm sprach, wird reichlich Vorfreude auf die neue Spielzeit haben. Auf die „opulente Zauberflöte”, die „gar nicht verstaubt” daherkommt. Auf „Nathan der Weise”, das mit der Religion „das Thema der Zeit” behandelt. Auf „Habe ich dir eigentlich schon erzählt...”, das die deutsch-deutsche Geschichte ausleuchtet. Auf die humorvolle Konfrontation von Kapitalismus und Kommunismus in „Eins, Zwei, Drei”. Und auf mehr als vier, fünf, sechs Stücke mehr.

Auch die Theatermacher vom Grenzlandtheater und von den vielen freien Bühnen der Stadt fanden im Theater Aachen am Sonntag eine Bühne, um auf ihre neuen Produktionen aufmerksam zu machen. Man sollte ihre Einladungen annehmen, damit nach dieser Spielzeit alle das fragen können, was das Theater Aachen als Motto der Saison ausruft: „Krise! Welche Krise?”

In allerbester Stimmung endete das Theaterfest am späten Sonntagabend mit der Premierenfeier zu Mozarts „Zauberflöte” auf dem Theaterplatz.
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