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Theater99 und Theater Brand zeigen „Freundinnen“

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
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Premiere von „Freundinnen“: In dem Stück von Daniel Maximilian und Thomas Pauli gerät die Handlung mitunter aus den Fugen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Sie kennen sich seit Jahren, sind durch dick und dünn gegangen und sind das, was man als echte Mädelsfreundschaft bezeichnen kann. Sarah, Lucy und Jackie sind die drei Protagonistinnen des Stücks „Freundinnen“ von Daniel Maximilian und Thomas Pauli, welches im Theater99 Premiere feierte.

In Kooperation mit dem Theater Brand und unter Regie von Wilma Gier erzählt die Tragikomödie die Geschichte einer ganz besonderen Freundschaft. Zum Inhalt: Die drei Ärztinnen treffen sich, um Sarahs Geburtstag zu feiern. Soweit nichts neues, aber sie feiern ihren Ehrentag vier Wochen vor dem eigentlichen Datum.

Und dann stehen sie da – in dem farblich perfekt aufeinander abgestimmten Wohnzimmer. Kerzen auf dem Geburtstagskuchen, Geschenkverpackungen auf dem Boden – und inmitten dieser Atmosphäre kommen Konflikte, Geheimnisse und Ängste ans Tageslicht. Denn nichts ist, wie es scheint.

Die nach außen hin perfekte Ehe von Sarah und John – eine Lüge, Jackies angenommene Liebe zu Männern – eine Lüge und Lucys Brüste – ebenfalls eine Lüge. Und so geraten die drei Freundinnen trotz jahrelanger Freundschaft im Verlauf des Abends an ihre persönlichen Grenzen. Streitend, weinend und sich wieder versöhnend steuert das Trio auf den Höhepunkt des Abends zu. Denn was sind schon Affären, Seitensprünge und Schönheitsoperationen, wenn es bei Sarah um Leben und Tod geht?

Bizarrer Rollentausch

Vor allem Lucy kann und will nicht mit ansehen, wie Sarah ihr Leben wegschmeißt. Sie möchte den rettenden Eingriff wagen. Jackie hingegen versucht, den Wünschen Sarahs nach Normalität nachzukommen und den Abend als heitere Pyjamaparty zu gestalten.

Nach einigen Gläsern Sekt und einem Joint sitzen die Drei gackernd auf dem Sofa. Doch gegen Ende des Stücks wandelt sich das Blatt erneut und es geschieht ein bizarrer Rollentausch. Nichts ist mehr so, wie es anfangs schien. Aus Spaß ist bitterer Ernst geworden und gekonnt schaffen es die Autoren Maximilian und Pauli das heikle Thema der Sterbehilfe aufzugreifen und dem Publikum Denkanstöße mit auf den Weg zu geben.

Auch wenn der ein oder andere Zuschauer im Publikum mehr als einmal schlucken musste, so wurde bei der Tragikomödie „Freundinnen“ deutlich, dass wahre Freundschaft auch Geheimnisse, Lügen und Intrigen aushalten kann – vorausgesetzt, man verliert nicht den Respekt voreinander. Das Publikum im Theater99 würdigte die Leistungen der Darstellerinnen mit langem Applaus und Standing Ovations.

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