Aachen - Theater-Talk vom Feinsten im Grenzlandtheater

Theater-Talk vom Feinsten im Grenzlandtheater

Von: Grit Schorn
Letzte Aktualisierung:
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Theatertalk am 1. Advent: (vl.) Bernd Büttgens, Damian Omansen, Ulrich Wiggers, Wolfgang Offermann, Uwe Brandt, und am Klavier Gero Körner. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Nach der Karl-Heinz Walther-Preisverleihung Tausendsassa Sebastian Brandmeir gab es am Sonntag im Grenzlandtheater noch einen unterhaltsamen Talk mit Grenzlandtheaterchef Uwe Brandt und Bernd Büttgens, stellvertretender Chefredakteur unserer Zeitung.

Untermalt wurde die Matinee mit feinen Piano-Tönen von Gero Körner, der auch bei der nächsten Produktion, dem Musical „Into the Woods“, mitwirken wird.

Brandt und Büttgens warfen sich in bester Adventsstimmung die „Theaterbälle“ zu – das Publikum hatte seine Freude und konnte sich überdies an der wunderbaren Talentprobe des frisch gebackenen Karl-Heinz Walther-Preisträgers erfreuen, der am Piano mit Georg Kreislers bissigem Lied „Haben Sie Opern gern?“ begeisterte.

Freuen kann man sich bereits auf die Gala-Aufführung von „Into the Woods“, die ab 18. Dezember über die Bühnenbretter rauschen wird. Inszeniert wird Stephen Sondheims ebenso witziges wie tiefsinniges Musical vom inzwischen unverzichtbaren Ulrich Wiggers, der jetzt auch wieder Samuel Schürmann, unvergessen aus der vorjährigen Aufführung von La Cage aux Folles, nach Aachen gebracht hat. Eine kurze Szene mit zwei ulkigen Prinzen, die wegen eines Mädchens zu Rivalen werden, stimmte bereits auf das rasante Märchen-Musical ein.

Der Zwei-Meter-Mann Damian Omansen, der die musikalische Leitung übernimmt, wurde von Brandt und Büttgens in die „Interview-Zange“ genommen. Omansen, den man in der Aufführung auch an den Keyboards erleben wird, sieht „ in dem unglaublichen Komplex von Sondheims Musical eine Riesenherausforderung.“ Kein Wunder, denn die altbekannten Märchenfiguren geben sich hier völlig anders als gewohnt und auch die Musik ist ungewöhnlich. „Sondheim kann man nur mit ganzem Herzen aufführen.“ Und viele werden sich über den in Aachen unvergessenen Ernst Wilhelm Lenik freuen, der im Musical eine Rolle übernimmt.

Mit Tränen in den Augen

Ein besonderer Gast war Wolfgang Offermann, Gründer und Initiator von Café Plattform, das Nichtsesshaften und auch anderen Menschen in Not Zuflucht bietet. Bekannt ist Offermann aber auch vom Aachener Kabarett „Fleddermäuse“. Zusammen mit Café-Leiterin Simone Holzapfel versucht er, „eine Grundversorgung zu leisten und später auch Perspektiven zu bieten“.

Nüchtern, humorvoll und unerschrocken erzählt Offermann, dass die Adventszeit für Obdachlose eine besonders bittere Zeit sei. „Da sieht man harte Jungs in Tränen…“ Bis 7.30 Uhr morgens gebe es eine „Nachtversorgung“. Seine Aufgabe sieht er vor allem darin, „Menschen zu akzeptieren, aber nicht ihr Verhalten.“ Viele unter 25 Jahre seien beziehungslos und einsam, Ältere lebten oft schon mehrere Jahrzehnte auf der Straße. „Wer den Winter auf der Straße überlebt, der muss ja auch Stärken und Qualitäten haben!“

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