„Theater Starter”: Stereotypen mit Mundmusik

Von: Christoph Classen
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Ganz nach am Schulalltag - wären da nicht diese komischen Akteure: Mit „Klasse Klasse” hat das Festival Theaterstarter gestern im Ludwig Forum einen „klasse Start” hingelegt. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Mando hat ein Schlagzeug im Mund. Zumindest klingt es so. Was der junge Mann da auf der Bühne des Space im Ludwig Forum macht, nennt sich Beatboxing. Mando kann das ziemlich gut, er war sogar schon mal Deutscher Meister in dieser Disziplin.

Irgendwann hat er wohl mal überlegt, was er mit seinem zweifellos beeindruckenden Talent noch so anstellen kann. Herausgekommen ist das Theaterstück „Klasse Klasse”. Das richtet sich an Kinder ab 13 Jahren und bildet den Auftakt zur Programmreihe „Theater Starter”.

Ziel der Initiative, die vom Land NRW, der Regio Aachen, der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, der Stadtillustrierten „Klenkes” und dem Zeitungsverlag Aachen realisiert wurde, ist es, die junge Generation an das bisweilen als etwas staubig empfundene Theater heranzuführen. Zahlreiche altersgerechte Aufführungen werden in diesem und dem nächsten Jahr auf den Bühnen der Region zu sehen sein.

Die im Ludwig Forum gehört erstmal Mando ganz allein. Er braucht nicht mehr als seinen Mund und ein Mikrophon. Und wenn es sein müsste, könnte er damit wohl auch eine komplette Band vertreten. Von House und Elektro über Hip-Hop-Beats bis zu perfekt imitierten Gitarrenriffs: Was Mando kann, versetzt die Zuhörer in Staunen.

Dabei ist der umjubelte Auftritt des Beatbox-Meisters, der stets so wirkt, als würde er das Mikro im nächsten Moment verspeisen, nur das Vorspiel für das eigentliche Theaterstück. Als das beginnt, wird Mando nämlich zur Randfigur. Wenigstens optisch. Akustisch bleibt er weiterhin präsent, indem er die Aufführungen, während der nahezu kein Wort gesprochen wird, komplett vertont. „Klasse Klasse” spielt wie erwartet in einem Klassenzimmer. Dort treten verschiedene Figuren auf, deren einzige Gemeinsamkeit darin besteht, dass sie merkwürdig anmutende Masken mit überdimensionierten Nasen tragen. Ansonsten sind sie ziemlich unterschiedlich. Da ist der coole, muskelbepackte Leitwolf, die arrogant-zickige Klassenschönheit, der ungeliebt tollpatschige Streber, das Rasta-Mädel, das auf Reggae steht. Allesamt Stereotypen, hemmungslos überzeichnet.

Beim Publikum kommt es an. Bei jeder auftretenden Figur werden Namen getuschelt, das Stück scheint nah dran am Schulalltag. Auf einen durchgängigen Handlungsstrang verzichtet es. Vielmehr werden einzelne Szenen gezeigt: Der Streit um die besten Songs auf dem „i-Pod”, die Klassenarbeit, in der plötzlich alle die Nähe zum Streber suchen. Falls das Stück eine Aussage transportiert, versteckt sie sich gut. Trotzdem garantiert es luftig-leichte Unterhaltung, angereichert mit viel Musik und Witz. So wird die erste Erfahrung mit dem Theater zu einem positiven Erlebnis.

Mehr Infos und das komplette Programm von „Theater Starter” gibt unter 02405/67336 sowie im Internet.
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