Theater sorgt mit „Zwei wie Bonnie und Clyde” für gute Laune

Von: Peter Motz
Letzte Aktualisierung:

Brand. Mannis Vorbilder starben im polizeilichen Kugelhagel in Louisiana. Manni selber sackt fast zusammen unter dem dummdreisten Dauerstussbeschuss seiner Freundin Chantal im Nirgendwo bei Lammersdorf.

Mit „Zwei wie Bonnie und Clyde - denn sie wissen nicht, wo sie sind” gelingt dem Theater Brand ein Überfall aufs Zwerchfell. Das begeisterte Publikum der ausverkauften Premiere urteilte: zum Schießen komisch.

Das Möchtegern-Gangsterpaar Manni und Chantal tappt von einer Pleite in die nächste. Beim ersten Bankraubversuch vertauscht es die Tüten. Statt stattlicher Beute gibt´s ein Pfund Kaffee, zwei Schnellgerichte und Klopapier. Beim zweiten Mal wird´s noch viel schlimmer. Weil Chantal vom ergaunerten Kaffee ständig pieseln muss, sind sie nicht schnell genug in der Bank und all die Mühen sind wieder für den Lokus: Zwei andere Räuber kommen ihnen zuvor. Och herm! Da sitzen sie nun in ihrem Unterschlupf, einem verlassenen Schuhladen. Ist ihr Traum vom schnellen Geld und der Hochzeit in Las Vegas vielleicht doch eine Nummer zu groß?

Ohne Frage großartig legen sich die Schauspieler ins Zeug. Die quirlig agierende Rebecca Gier würzt die brutal-blöde Nervigkeit Chantals mit einer in die Knie zwingenden Portion Charme. Ihr Gegenüber wehrt sich mit jeder Faser seines Körpers dagegen, ins Taumeln zu geraten. Patrick Gier zeigt kraftvoll, dass Manni kein Haudrauf, sondern bloß Hallodri ist. Anderthalb Stunden pure Spielfreude: Da rinnt der Schweiß, weil Regisseurin Wilma Gier aufs Tempo drückt.

Aus gutem Grund: Denn das Stück aus der Feder von Sabine Misiorny und Tom Müller ist weniger Komödie als vielmehr Comedy, verfolgt weniger einen Spannungsbogen als vielmehr das Ich-weiß-was-jetzt-kommt-Prinzip - und setzt dem meist noch eins drauf. Am Ende sogar bildlich: Ein rasantes Hütchenspiel mit Schuhkartons setzt die passende „Wer zuletzt lacht”-Pointe.

Davor gibt es klasse Klamauk mit Liebe zum Detail, wenn etwa aus dem Radio eine lokal bekannte Nachrichtenstimme ertönt (Katrin Mainz, Antenne AC). Eine feine Leistung des Theaters Brand, hier im Speziellen der theaterbegeisterten Familie Gier, die Bühnenbildner William Gier komplettiert.

Weitere Aufführungen am 5., 11., 12., 18., 19. und 20. September, jeweils um 20 Uhr, im Theater Brand, Freunder Heideweg 3. Karten im Vorverkauf im Ticketshop unserer Zeitung, Tel. 5101-175, in der Mayerschen Buchhandlung, Buchkremerstraße 1-7, und in der Buchhandlung am Markt, Trierer Straße 788.
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