Aachen - Theater soll Millionenpaket zur Konsolidierung schnüren

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Theater soll Millionenpaket zur Konsolidierung schnüren

Von: Matthias Hinrichs
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Das Theater soll weitere Vorschläge umsetzen, die den finanziellen Verlust mindern sollen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Im Ringen um die Finanzierung des Theaters Aachen geht es bekanntlich längst um mehr als ums sprichwörtliche Eingemachte – die Rücklagen des städtischen Eigenbetriebs sind nach Ende der laufenden Spielzeit im kommenden Sommer aller Voraussicht nach aufgebraucht. Jetzt soll der Misere in Gestalt einer neuen Zielvereinbarung zwischen OB und Theaterleitung Einhalt geboten werden.

In dem Papier, das der AZ vorliegt, schlägt die Kämmerei vor, zwecks Kostendämpfung angesichts stetig wachsenden Zuschussbedarfs eine Erhöhung des Deckungsbeitrages von aktuell 13,1 auf 16 Prozent bis zum Ende der Bühnensaison 2020/21 festzuschreiben.

Zwar soll der bittere Kelch in Gestalt eines heiklen „Cocktails“ neuer Konsolidierungsmaßnahmen in der Saison 2018/19 noch am Theater vorbeigehen – dennoch drängt die Zeit. Um die Maßnahme vorerst bis Anfang des nächsten Jahrzehnts haushaltstechnisch unter Dach und Fach zu bringen, soll der zuständige Betriebsausschuss des Rates das Konzept kommenden Mittwoch zustimmend zur Kenntnis nehmen (17 Uhr, Proberaum des Sinfonieorchesters, Aachen-Münchener-Platz 3). Sofern auch der Finanzausschuss sein Plazet gibt, soll der Rat in seiner Sitzung am 24. Januar einen entsprechenden Beschluss fassen.

Bis dahin könnte das Papier jedoch nicht nur den Fraktionen noch allerhand Kopfzerbrechen bereiten. Zumal die Theaterleitung bislang lediglich Überlegungen, aber noch keine klare Marschroute im Hinblick auf konkrete Einsparpotenziale respektive Einnahmenerhöhungen formuliert hat: „Spruchreif ist nach wie vor nichts. Wir arbeiten weiterhin an einem Sparkonzept“, unterstrich Generalintendant Michael Schmitz-Aufterbeck am Mittwoch auf Anfrage.

Allerdings hatte das Haus bereits Ende August 2017 wesentliche „Lösungsansätze“ insbesondere zur Steigerung der Einnahmen erarbeitet. Was – besonders brisant im Spagat zwischen Akzeptanz beim Publikum auf der einen und Sparzwängen auf der anderen Seite – zu einer saftigen Erhöhung der Eintrittspreise um zehn Prozent führen könnte. Dies würde laut Prognose immerhin 200.000 Euro in die Kassen spülen.

Weitere Überlegungen: Durch Abschaffung von Freikarten beziehungsweise eine Verteuerung von Tickets für Bedienstete könnten rund 60.000 Euro auf der Habenseite verbucht werden. 40.000 Euro könnten durch Reduzierung der Öffnungszeiten an der Theaterkasse gespart werden – ergäbe ein rechnerisches Plus von insgesamt 300.000 Euro ab 1. August 2018. Ferner würde die Soll-Seite durch eine generelle Festlegung der Spielzeitpause – unabhängig von den Sommerferien alljährlich vom 1. Juli bis 15. August um zunächst 250.000 Euro entlastet, heißt es. Weitere 70.000 Euro an Einsparpotenzial wären ab 2020 durch Organisationsänderungen im Werkstattbereich zu erzielen.

Ob und wie besagte Lösungsansätze realisiert beziehungsweise konkretisiert werden, ist freilich weiter offen. In der Zielvereinbarung jedenfalls ist eine Steigerung des Konsolidierungsbeitrags um knapp 1,34 Millionen Euro bis Ende 2020 vorgesehen, zudem bliebe eine „Anpassung“ der Vorgaben aufgrund „externer Einflüsse“ möglich. Dennoch würde der Zuschussbedarf bis dahin laut Prognose um 2,74 Millionen wachsen.

2017/18 soll das Subventionspaket bereits rund 19,8 Millionen Euro umfassen – 2006/07 lag der Zuschuss bei 14,85 Millionen. Und: Im Zweifelsfall schlügen etwaige Abweichungen vom Plan denn doch im städischen Gesamthaushalt zu Buche. So gibt es neben dem möglichen Spar- nach wie vor reichlich politisches Konfliktpotenzial. Das Dilemma liegt auf der Hand. Denn eklatante strukturelle Einschnitte im Angebot des Theaters will eigentlich niemand.

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