Theater ringt weiter ums Geld

Von: Matthias Hinrichs
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Eine Erhöhung der Konzertpreise ist im Gespräch.

Aachen. Eines ist so sicher wie der Applaus nach erfolgreicher Premiere: die Unsicherheit im Hinblick auf den konkreten längerfristigen Finanzbedarf des Theaters Aachen.

Als gewiss darf allein gelten: Spätestens zum 1. März 2018 – mit Ende des laufenden Tarifvertrags für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst – werden die Personalkosten weiter klettern. Unklar bleibt aber, ob eben jener regelmäßige (und unvermeidliche) Dreh an der Gehaltsschraube auf kurz oder lang über den städtischen Gesamtetat gestemmt wird – womit im jährlichen Zuschusspaket für den kommunalen Eigenbetrieb Stadttheater weit größere Spielräume blieben.

Die Forderung steht seit langem im Raum. Und zumindest die Kulturexperten in den Ratsfraktionen sind sich (abgesehen von den Piraten) einig, dass die Politik das leidige Problem endlich aus der Welt schaffen müsste. „Bislang kann man sich aber offensichtlich nicht dazu durchringen, die Verwaltung zumindest zu beauftragen, konkrete Antworten zu geben“, kritisiert etwa Grünen-Ratsherr Hermann Josef Pilgram. Kommt hinzu, dass der Druck zumindest im Hinblick auf die nächste Spielzeit aus dem Kessel genommen ist: In der Ratssitzung dürfte der Wirtschaftsplan 2017/18 problemlos abgesegnet werden. Denn noch sind Rücklagen vorhanden, um das voraussichtliche Defizit von rund 100.000 Euro aufzufangen. Danach jedoch werden die Reserven wohl aufgebraucht sein.

Deshalb wird die Diskussion über Tariferhöhungen mit einiger Sicherheit bald wieder Fahrt aufnehmen – diesmal freilich auch mit Blick auf die Ticketpreise. Zumal die Verwaltung nach AZ-Informationen Ende Mai im Finanzausschuss des Rates dargelegt hat, dass die Einnahmen des Aachener Theaters gemessen an vergleichbaren Häusern (Münster, Bielefeld und Gelsenkirchen) weiterhin zu wünschen übrig ließen. Daher sei „beabsichtigt, die Umsatzerlöse durch Preiskorrekturen im Bereich der Konzertkarten sowie Straffung hausinterner Regelungen zur Ausgabe von Freikarten und Mitarbeiter-Abos zu erhöhen“, heißt es in der Vorlage für den Rat.

Was das im Einzelnen bedeutet, scheint indes offen. „Ich denke, bis zur Sommerpause wird darüber eine Absprache erfolgen“, sagte Hubert Bruynswyck, CDU-Ratsherr und Vorsitzender des Betriebsausschusses für Theater und VHS, am Dienstag auf Anfrage. Aus der Finanzabteilung des Theaters verlautete lediglich: kein Kommentar.

Schwierig dürfte sich die Entscheidungsfindung also jedenfalls gestalten, zumal der unfreiwillige Abschied des noch amtierenden Generalmusikdirektors Kazem Abdullah allerhand Unmut bei zahlreichen Konzertfreunden ausgelöst hat – während sich die Publikumszahlen im Ganzen weiter durchaus erfreulich entwickelt haben. Derzeit geht das Theater davon aus, dass bis zum Ende der laufenden Spielzeit Mitte Juli rund 154.000 Gäste gezählt werden – fast 20.000 mehr als in der Saison zuvor.

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