Theater K zeigt berühmte Satire „Biedermann und die Brandstifter“

Von: Svenja Pesch
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„Biedermann und die Brandstifter“ ist eine zeitlos-groteske Parabel: Im Theater K wird sie auch eindrucksvoll umgesetzt. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Wie heißt es so schön? Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Doch komischerweise glaubt das niemand. Das Theater K widmet sich in seiner neusten Produktion „Biedermann und die Brandstifter“ genau diesem Phänomen.

Denn das Drama aus der Feder des Schweizer Schriftstellers Max Frisch handelt von dem braven und wohlsituierten Bürger Gottlieb Biedermann, der zwei Brandstifter, Schmitz und Eisenring, in sein Haus aufnimmt, obwohl sie von Anfang an erkennen lassen, dass sie es anzünden werden.

Für Regisseur Matthias Fuhrmeister eine Produktion mit vielen Facetten. „Biedermann und die Brandstifter“ ist eine zeitlos-groteske Parabel, nicht umsonst lautet der Untertitel „Ein Lehrstück ohne Lehre.“ Die Figur des Biedermanns, als leuchtendes Beispiel für Konformismus aus Trägheit, ist vielfältig interpretiert worden. Eindeutige Antworten gibt es bei Frisch nicht, aber viele klug gestellte Fragen. In jedem Fall ist dieses Stück immer aktuell, weil es den Umgang des Menschen mit voraussehbaren Katastrophen aufzeigt“, so Fuhrmeister.

Die beiden zwielichtigen Gestalten Schmitz und Eisenring hantieren auf dem Dachboden des Haarwasserfabrikanten Biedermann völlig offenkundig mit Benzinfässern, Lunte und Zündvorrichtung, doch Biedermann selbst will davon nichts wissen. Das Besondere innerhalb des Stückes von Frisch ist, dass es keineswegs eine Tragödie ist, sondern eine Mischung aus komischen und makabren Elementen. Bis heute ist es ein Paradebeispiel für politische Blindheit und Verdrängung.

Das Theater K integriert in seine Inszenierung ebenfalls das Nachspiel, welches Biedermann und seine Frau nach der Geschichte rund um Schmitz und Eisenring zeigt und beleuchtet, wie Biedermann versucht, sich und sein Handeln zu verteidigen.

Uraufgeführt wurde das Stück 1958 und seitdem vielfach interpretiert. Fuhrmeister untersucht in Vor- und Rückblenden, ganz im TV-Stil von „Wir decken auf“ die Katastrophe. Das Resultat ist ein Fegefeuer der Hinterfragung, in dem die Schauspieler die Vielschichtigkeit der Handlung im Kontext der herrschenden Gesellschaft analysieren.

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