Theater K: Wenn die Langeweile buchstäblich tödlich wird

Von: Matthias Turcaud
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Bringen zum Lachen, sorgen zugleich aber für Unwohlsein: Annette Schmidt (rechts) und Anush Manukian im „Mords-Sonntag“. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Annette Schmidt, eines der drei Gründungsmitglieder des Theater K, gestaltet mit ihren zwei „Komplizen“ Anush Manukian und Anton Schieffer, die auch mit diesem Theater gut vertraut sind, eine Adaption der Krimikomödie „Ein Mords-Sonntag oder Tag des Tötens“.

Diese verdankt man dem mysteriösen Autor Jack Jacquine, über den man eigentlich so gut wie gar nichts weiß. Das Trio, das auch das Bühnenbild konzipiert hat, bleibt Jacquines Textgrundlage treu, hat aber die Beziehung zwischen den zwei Schwestern noch extremer gestaltet.

Das Stück besteht aus einer interessanten Mischung aus Boulevardtheater-Merkmalen sowie mehreren Kriminalelementen. Kurz gesagt: Man lacht darüber, fühlt sich aber gleichzeitig unwohl. Es ist also auf jeden Fall eigenartig. Die zwei Schwestern langweilen sich im Stück buchstäblich zu Tode und wissen nicht, wie sie dieses unerträgliche Gefühl loswerden können. Doch allmählich, während es draußen ununterbrochen regnet und ihre Langeweile immer spürbarer wird, fällt ihnen etwas ein...

Die Atmosphäre wird so aufgebaut, dass die Zuschauer diese wirklich einsaugen können. Danach wächst die Spannung, effizient von der sehr gelungenen Musik des Komponisten Sasan Azodi unterstrichen. Sie spielt eine äußerst wichtige Rolle.

Neben Langeweile beschäftigt sich dieser „Mords-Sonntag“ auch mit mentaler Gesundheit. Die mögliche Verrücktheit der Figuren – sogar der des Inspektors – wird sehr treffend auf den Punkt gebracht, nicht aber in einer plakativen Art und Weise. Schmidt, Manukian und Schieffer beherrschen ihre Kunst. Man fühlt den Spaß, den die Drei bei den Proben hatten.

Das Publikum wird eingeladen, sich selbst viel auszudenken. Als Referenzen nennt das Trio die Serie „Twin Peaks“ von David Lynch sowie den Film „Arsen und Spitzenhäubchen“ von Frank Capra. Man denkt dabei auch an die Kurzgeschichte „Lamb to Slaughter“ von Roald Dahl. Eine Mischung, die Lust auf die Premiere am Sonntag macht.

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