Theater K spielt „Die Straße der Ölsardinen“ im Tuchwerk

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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„Die Straße der Ölsardinen“: Im Tuchwerk hat das Ensemble des Theater K die Vorlage von John Steinbeck ungewöhnlich inszeniert. Premiere ist am 7. Juni, insgesamt gibt es nur drei Aufführungen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. In Aachen wird Fisch gefangen, eingedost wird er am Strüverweg – zumindest drei Mal. Das Theater K bringt in seiner Sommerspielstätte im Tuchwerk „Die Straße der Ölsardinen“ von John Steinbeck auf die Bühne und holt damit die Szenerie des kalifornischen Monterey der 1920er Jahre in die beschauliche Soers.

Vor 13 Jahren hat die Theater-K-Mannschaft bereits gute Erfahrungen mit Steinbecks Kultroman gemacht. „Auch in der Bastei haben wir gleichzeitig gelesen und gespielt“, erzählt Regisseurin Annette Schmidt. „Aber das sind eher Erinnerungen, nach dieser langen Zeit wird es natürlich etwas Neues.“ Trotzdem waren einige der zehn Schauspieler auch damals schon dabei.

Das alte Tuchwerk bietet mit seinem industriellen und zugleich morbiden Charme eine ganz andere Kulisse als die Bastei – was das Team um Annette Schmidt nutzen will. Der Prolog wird deshalb im Innenhof gegeben. Später geht es in die ehemalige Herstellungshalle. Dort lesen und spielen Mona Creutzer, Anush Manukian, Annette Schmidt, Christian Cadenbach, Jochen Deuticke, Jens-Peter Fiedler, Martin Päthel, Anton Schieffer und Stephan Wurfbaum all die Episoden und Anekdoten um Doc, Mack und Dora, die Steinbecks Roman seit 1945 lebendig halten. „Stromer, Kuppler, Huren und Spieler, mit einem Wort: Menschen; man könnte mit gleichem Recht sagen: Heilige, Engel, Gläubige, Märtyrer – es kommt nur auf den Standpunkt an“, beschreibt Steinbeck selbst seine Helden.

Vier Stunden, zwei Pausen

„Die Arbeitslosenclique um Mack ist ein Gegenentwurf zur arbeitswütigen Gesellschaft – und damit auch für uns oft workaholoc-mäßigen Kunstschaffenden eine Anregung“, meinte Annette Schmidt angesichts einiger durchgearbeiteter Nächte. In jedem Fall sei es eine Hommage an eben diese Menschen. „Die Geschichte inspiriert einfach zu Menschenliebe“, meint die Regisseurin. Um diese zu spüren und gemeinsam mit dem Ensemble zu erleben, haben die Zuschauer einige Zeit: Vier Stunden dauert die Vorstellung, mit zwei Pausen, in denen auch Suppe, Snacks und Getränke gereicht werden – im Ticketpreis inbegriffen.

Mehr als drei Mal gibt es diese Gelegenheit allerdings nicht. „Wir haben im Tuchwerk sechs Monate Zeit zu spielen. Da wollen wir so viel zeigen, wie es geht“, so Annette Schmidt. Premiere ist am Sonntag, 7. Juni, um 16 Uhr. Außerdem steht „Die Straße der Ölsardinen“ noch am Sonntag, 14. Juni, um 16 Uhr, sowie am Samstag, 20. Juni, um 19 Uhr auf dem Spielplan. Kartentelefon: 151155.

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