Theater K präsentiert zweites Sammelsurium von „Miniaturen“

Von: Kristina Toussaint
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Ab in die Wanne: Oder doch nur drauf? Die Performances, die das Theater K nun bei seinen zweiten „Miniaturen“ bot, kamen mal humoristisch, mal schwermütig daher. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Das Theater K präsentiert nun sein zweites Sammelsurium von „Miniaturen“ an neuem Schauplatz. Und das kommt an. Das Premierenpublikum im ausverkauften renovierten Stadtbad am Blücherplatz zeigte sich begeistert.

Die 13-köpfige, zu den 2015 im Neuen Aachener Kunstverein arrangierten „Miniaturen“ teils veränderte Künstlerbelegschaft präsentiert auf den drei Etagen des Stadtbades ein Stationenwerk zum Thema „Bad & Wasser“. Die Freiheit, die die Organisatoren den Darstellern sowohl in Bezug auf die Form als auch den Inhalt gegeben haben, lässt einen szenischen Zirkel sehr breit gefächerter Performances entstehen.

Man muss sich einlassen können: auf das dadaistische Lautgedicht „Ursonate“, vorgetragen von Catharina Marquet und Ulla Marks in überglitzernden Gewändern, bei dem die klassische Sopranistin und die Jazz-Sängerin erst nach einigen Minuten des reinen Laut-Gurrens ihre Stimmen zu melodischeren Melodie-Fetzen erheben. Auf die Laute, die Ludger Singer seinem selbst gebauten Krakeninstrument entlockt. Auf die Geschichte einer Zugreise, die Anton Schieffer dem Publikum pantomimisch erzählt.

Die in den verschiedenen Szenen der lebendigen Ausstellung rezitierten Texte reichen von schwermütig bis humoristisch – unter anderem kann etwas über die Seegurke gelernt werden. Mystisch wird es im Keller des Stadtbades, wo ein Orakel im ehemaligen Maschinenraum zwischen alten Gerätschaften und unter Kesseldampfen die Suche nach dem rechten Weg beschwört.

Die Video- und Klanginstallationen von Loni Liebermann und die Tanz-Performance von Simone el Mellouki Riffi lassen den Zuschauer über die Faszination des Wassers auf den Menschen sinnieren. Abgerundet wird der szenische Zirkel durch musikalische Darbietungen zum Thema – fehlen darf natürlich nicht: „Wasser ist zum Waschen da“.

Obwohl jedem Künstler die szenische Entwicklung selbst überlassen wurde, funktionieren die Miniaturen als umfassender Zyklus rund ums Thema Wasser und Mensch: der „Schwimmbetrüger“ erzählt vom Schwimmen lernen, ein Baywatch-Team sorgt für die Sicherheit, eine Bademeisterin erklärt das Bad zum „Ort der Wiederaneignung des Körpers“, und Kurgäste bringen den Wellness-Aspekt ein.

Die satirische Betrachtung eines Kurmorgens in der Therme schließt den Rundgang durch die bewegte Kunst ab – unterlassene Fußdesinfektion und Frühsport sorgen für herzliches Lachen und anhaltenden Premierenapplaus. Wer sich auf die Vielfalt der vertretenen Spielarten einlässt, wird belohnt mit einem spartenübergreifenden Potpourri rund ums Thema Wasser, das das alte Stadtbad einweiht als neugewonnene Veranstaltungsstätte mit viel Potenzial und Flair.

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