Theater K: Lyrische Liebesgaben am alten Gartenhaus

Von: Svenja Pesch
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Ganz in Weiß mit einem bunten Strauß der schönsten Shakespearschen Gedichte: Das Theater K sorgte am alten Gartenhaus im Stadtpark für romantisches Beisammensein – später, als der Gewitterregen überm Stadtpark niederprasselte, auch mit Dach überm Kopf. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Der Meister selbst wäre angesichts der Szenerie sicherlich so entzückt gewesen, dass er inmitten der Anwesenden spontan eines seiner zahlreichen Sonette zum Besten gegeben hätte. Doch da der große Dichter und Lyriker William Shakespeare bereits seit 400 Jahren tot ist, braucht es eben Menschen, die mit viel Leidenschaft und Begeisterung an ihn und sein Schaffen erinnern.

Mona Creutzer und Jochen Deuticke vom Theater K nahmen in ihrer neusten Inszenierung „Take all my loves, my love, yea, take them all – Nimm Lieber, meine Liebe, jede Liebe“ die Besucher mit auf eine Reise beginnend in der Epoche William Shakespeares und lasen die schönsten (Liebes)-Gedichte.

Musikalische Begleitung erhielt das Duo von den Musikern und Sängern Pascale Fritz, Fynn Titford-Mock und Paul Moraal. Doch damit nicht nur die Akteure zur Kulisse der Orangerie am Refugium des Neuen Aachener Kunstvereins im Stadtgarten passten, waren auch die Besucher selbst ein Hingucker. Das TheaterK lud nämlich zu einem „Picknick in White“ ein. An einer langen Tafel speisten die meisten Bühnenfans in legèrer, aber sommerlich weißer Abendgarderobe gemeinsam und lauschten dabei den poetischen Werken des Meisters aus Stratford upon Avon.

In malerischer Kulisse mit vielen Blumen und unter einem (zunächst) herrlich leuchtendem Firmament, erinnerte die Szenerie an den „Sommernachtstraum“ aus der Feder des britischenen Dramatikers. Drama war allerdings auch sonst das Stichwort – denn nach einer guten halben Stunde war es vorbei mit dem lauen Sommernachtstraum. Dunkle Wolken, die einen Gewitterregen mit sich brachten, sorgten für dicke Tropfen in den Salatschalen und Weingläsern des Publikums. Creutzer und Deuticke beschlossen kurzerhand, das Stück in den anliegenden Räumen des Neuer Aachener Kunstvereins fortzusetzen.

Also war es das dann mit der romantisch anmutenden Stimmung? Wer das Ensemble des Theater K kennt, wusste genau, dass der Raumwechsel der Stimmung nicht ansatzweise schaden konnte. Bänke und Stühle wurden kurzerhand hineingetragen und das Prasseln der Regentropfen gegen die Fensterscheiben sorgte für eine wohlig-gemütliche Atmosphäre, in der die Akteure erneut mit prickelnder Spielfreude Musikalisches und Lyrisches zum Besten gaben.

Unwandelbar im Wandel

Insbesondere Shakespeares „Sonett 116“ sorgte beim Publikum für Erstaunen. Denn Shakespeares bekanntes Liebesgedicht wurde in verschiedenen Epochen von immer anderen Menschen übersetzt. Von den ursprünglichen Zeilen blieb so am Ende gar nicht mehr so viel übrig. „Nichts kann den Bund zweier treuer Herzen hindern, wahrhaft gleichgestimmt. Lieb‘ ist nicht Liebe, die Trennung oder Wechsel könnte mindern, die nicht unwandelbar im Wandel bliebe.“ Zeilen, die gleichwohl auch nach Jahrhunderten herrlich romantisch sind und es wohl immer bleiben werden – egal ob in einer lauen Sommernacht oder unter dramatisch prasselnden Regenschauern.

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