Theater K: Eine Pop-Ikone trifft auf Popart

Von: Eva Onkels
Letzte Aktualisierung:
9859072.jpg
Hommage an eine Ikone: Für das Theater K zeigen im Ludwig Forum Laura Thomas (sitzend) und Simone el Mellouki-Riffi das Leben der Jackie O.. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Jackie O. war und ist eine der großen Ikonen des 20. Jahrhunderts und vielleicht sogar darüber hinaus. Als Ehefrau von John F. Kennedy wurde sie in den USA berühmt, nach dessen Tod heiratete sie den Reedereibesitzer Aristoteles Onassis, mit dem sie aber nur wenig Zeit verbrachte.

Die Ehe brachte ihr den Namen Jackie O. ein. Sie war eine Mode-Ikone, Pop-Ikone und ein Vorbild für vielen Frauen ihrer Zeit. Dieser faszinierenden Frau widmen das Theater K und das Ludwig Forum ein Theaterstück, dass sicherlich ebenso extravagant ist wie Jackie O. es war.

Die „Verschmelzung der Künste“, so Annette Lagler, stellvertretende Direktorin des Ludwig Forums, soll – wie es früher schon einmal die Vorreiterrolle des Ludwig Forums war – in Zukunft wieder eine größere Rolle spielen. Dafür bot sich Elfriede Jelineks Theaterstück „Jackie-O“ geradezu an.

Eine kleine Besetzung – Laura Thomas und Simone el Mellouki-Riffi spielen Jackie, die eine ist Schauspielerin, die andere Tänzerin – und ein verhältnismäßig kurzes Stück sind optimal geeignet, um den Museumsbetrieb nicht zu stören und gleichzeitig die Kunstobjekte in die Vorführung einzubinden. Mona Creutzer hat das Stück inszeniert und von Anfang an stand die Idee im Raum, das Stück nicht in der Theatermulde aufzuführen, sondern den ganzen Raum des Museums zu nutzen.

„Man geht von visuellem Raum zu visuellem Raum“, so Creutzer. So werden Schauspieler und Zuschauer durch das Museum gehen und das Stück vor verschiedenen Kunstwerken und aus verschiedenen Perspektiven erleben. Das eröffnet neue Interpretationsmöglichkeiten einerseits und andererseits bringt es eben jene Verschmelzung von verschiedenen Kunstformen.

Das Stück, ursprünglich nur für eine Schauspielerin geschrieben, ist ein einziger Monolog. Es entstammt Jelineks „Prinzessinnendramen“ aus ihrem Zyklus „Der Tod und die Mädchen.“

So sehr Jackie Bouvier Kennedy Onassis eine Frau der Medien war, so sehr umgab sie auch der Tod. Der Tod ihres Mannes und eines Kindes sowie eine Fehlgeburt spielen im Text ebenso eine wichtige Rolle wie ihre Rivalität mit Marilyn Monroe. „Der Tod ist Reflexionsfläche“, so Creutzer, „aber er ist auch nicht überpräsent.“ Denn so sehr der Tod Jackie O. geprägt haben mag, war sie doch eher eben eine jener Stilikonen ihrer Zeit, die bewundert, geliebt und gehasst wurde und die bis heute fest in der Popart verankert zu sein scheint.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert