Theater K: Ein rhetorischer Streit über die Liebe

Von: Katharina Redanz
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Ein Gastmahl mutiert zum diskussionsfreudigen Trinkgelage: Das Theater K führt Platons „Symposion“ im Richtericher Schloss Schönau auf. Das Besondere: Die Zuschauer „wandern“ mit den Schauspielern durch mehrere Räume des Schlosses. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Im Namen des antiken griechischen Dichters Agathón, gespielt von Ramon Linde, lädt das Theater K erneut zu einer Feier ein – nach Vorstellungen im Suermondt-Ludwig-Museum im vergangenen Jahr wird Platons „Symposion / Das Gastmahl“ nun im Richtericher Schloss Schönau gezeigt.

Zu diesem Gastmahl, das auch als Trinkgelage bezeichnet werden kann, sind neben 50 Besuchern unter anderem der Komödiendichter Aristóphanes (Jürgen Esbach), der große Philosoph Sokrates (Anton Schieffer), der Arzt Eryximachos (Christian Cadenbach) und mit Pausanias (Jochen Deuticke) ein echter Lebemann geladen.

So kommt es, dass das sogenannte „Gastmahl“ eher zu einer großen Diskussion zwischen diesen großen griechischen Denkern, gar zu einer Art rhetorischem Wettstreit wird: Gesprochen und philosophiert wird über die Liebe, wobei die Schauspieler „große, anspruchsvolle Reden“ wiedergeben müssten, so Regisseurin Mona Creutzer. Genau das sei auch die Herausforderung, sagt der Darsteller Anton Schieffer.

In dem Stück werde versucht, den abstrakten Begriff „Liebe“ etwas greifbarer zu machen: „Es sind wunderbare Betrachtungen über das Wesen der Liebe dabei, die in einen gesellschaftlichen Rahmen eingebettet werden – von derber, körperlicher Liebe bis hin zu feingeistigen Gedanken ist alles dabei“, so Creutzer. Obwohl das Stück schon „ein paar Jahre alt“ sei, so sei das Thema dennoch auch heute aktuell und passe perfekt in unsere Zeit.

Dass das Publikum der gleichen Meinung ist, zeige der große Erfolg der Darbietung. „Im letzten Jahr haben wir von einem sehr breiten Publikum viel Lob bekommen“, sagt Creutzer. „Wir haben gemerkt, dass die Leute Spaß hatten, und zwar nicht nur die Altphilologen“, fügt Schauspieler Jochen Deuticke hinzu. „Aufgrund der großen Nachfrage haben wir nach den Vorstellungen im letzten Jahr gemerkt, dass es noch nicht genug ist“, so die Regisseurin.

Aus terminlichen Gründen waren erneute Vorstellungen im Museum an der Wilhelmstraße allerdings nicht möglich. Umso glücklicher sei sie nun, dass sie in das Schloss Schönau nach Richterich einladen können. „Dieses wunderschöne alte Wasserschloss mit einer ähnlich imposanten Treppe, gemütlichem Kaminzimmer und stattlichem Saal eignet sich ebenfalls hervorragend für unsere Inszenierung.“

Schließlich finde die Darbietung nicht einfach in einem Raum statt, sondern die Besucher würden gemeinsam mit den Schauspielern durch die verschiedenen Räumlichkeiten „wandern“: Das Stück beginne mit einer Videoinstallation der Aachener Videokünstlerin Loni Liebermann zur Einführung in die griechische Götterwelt im Kaminzimmer, anschließend würden die verschiedenen Reden der Darsteller auf der großen Treppe und später im Festsaal präsentiert. Hier sitzen die Schauspieler an einer langen Holztafel und philosophieren, die Besucher sitzen darum.

Der perfekte Ort

Das Schloss als Spielort habe sie eher zufällig entdeckt, erzählt Mona Creutzer, aber sie könne sich kaum eine bessere Alternative zum Suermondt-Ludwig-Museum vorstellen. „Wer möchte nicht einmal an einem Gastmahl in einem echten Schloss teilnehmen?“ Und auch ein tatsächliches Gastmahl sei im Schloss Schönau möglich sagt sie lachend: Nach den Vorstellungen ist die hauseigene Gastronomie geöffnet.

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