Theater K: Charmanter Brief und eine Zeitreise?

Von: Felicitas Gessner
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Aachen. Für manche ist es der längste und charmanteste Liebesbrief in der Literatur, für andere eine verwirrende Zeitreise durch drei Jahrhunderte. Die Rede ist von „Orlando”, ein Roman, der vor fast 100 Jahren von der englischen Schriftstellerin Virginia Woolf verfasst wurde.

Jetzt wird „Orlando” ein Theaterprojekt. In der Fassung von Boris von Poser, der beim neuesten Stück des Theater K auch Regie führt, wird das Werk ab dem 16. März aufgeführt.

„Mein Augenmerk hat sich hierbei vor allem auf Themen wie die Geschlechtsumwandlung von Orlando vom Mann zur Frau, ihre Entdeckung der Liebe oder der Umgang mit der Liebe konzentriert”, erklärt Boris von Poser, der für dieses Projekt nach zehn Jahren wieder einmal nach Aachen zurückkehrt. „Ich wollte in Aachen unbedingt wieder etwas Großes aufführen und ich wollte die Schauspielerinnen Mona Creutzer, Annette Schmidt und Eva Weissenböck gemeinsam auf der Bühne haben”, sagt der 44-jährige.

Vor 13 Jahren inszenierte er in Aachen das Dostojewski-Projekt „Helle Nächte”, vor zehn Jahren den „Weltraum-Faust-Traum” im Theater K. Seitdem ist er in Berlin in der freien Theaterszene tätig und glänzte mit Aufführungen an großen Häusern in Hamburg oder Leipzig.

Bei „Orlando - Ein Theaterprojekt nach Virginia Woolf” übernimmt jede der drei Schauspielerinnen einen bestimmten Lebensabschnitt der Figur Orlando. Ist es in der ersten Phase Eva Weissenböck, die den jugendlichen Orlando zeigt, verleiht Annette Schmidt der Frau Orlando in ihrer Experimentierphase ein vielfältiges Gesicht.

Mona Creutzer ist es schließlich, die Orlando als „gestandene Frau” zeigt, die aus gesellschaftlichem Druck heiratet. In der Ehe entdeckt sie die Liebe zu ihrem Mann, doch auch weiterhin pflegt sie Liaisons mit anderen Frauen. Im gesamten Stück sind immer alle drei Schauspielerinnen zu sehen, die jeweils anderen beiden übernehmen die weiteren Rollen.

Den Phantasiewelten von Orlando verleiht der Maler Andreas Gehlhaar auf der Bühne einen bildlichen Rahmen - geprägt von einer starken Ornamentik auf drei Paravons, die einen leichthändigen Umbau ermöglichen und viele Spielstätten im Stück ermöglichen. Zudem soll eine extra gebaute große Drehbühne die Wirkung des Leichtfüßigen im Stück verstärken.

Die Premiere von „Orlando” ist am Mittwoch, 16. März, um 20 Uhr. Weitere Aufführungen des Stücks finden im März und im April statt.
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