Theater K: Antike Parabel bleibt brandaktuell

Von: Nina Mainz
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Blick nach vorn im Zorn: Petra Zwingmann steht in der Titelrolle von Christa Wolfs „Kassandra” auf der Bastei-Bühne. Foto: Guido Goetzenich

Aachen. Am Mittwoch findet im Theater K die Premiere des Stücks „Kassandra” statt. Die Inszenierung als „Solo mit Musik” basiert auf der gleichnamigen Erzählung von Christa Wolf, welche 1983 zur Zeit des Kalten Krieges erschienen ist.

Bei diesem Stück mit Petra Zwingmann in der Rolle der Kassandra hat Victor-Joe Zametzer Regie geführt. Die zugrundeliegende Erzählung, welche monologartig aus der Sicht Kassandras verfasst ist, spielt zur Zeit Trojas. Geschildert wird die Geschichte Trojas, welche - geprägt von Kriegen - schließlich im Untergang der Stadt gipfelt.

Kassandra, die durch Apollo mit der Sehergabe beschenkt wird, erlebt diese als einen Fluch. Da sie es verweigert, sich dem Gott hinzugeben, folgt eine schwere Bestrafung. Kassandra sieht die Katastrophe auf die Stadt zukommen, aber niemand schenkt ihr Glauben.

Thematisch steht die Entstehung von Kriegen - oftmals durch Nichtigkeiten - im Zentrum, welche während des Kalten Krieges für die Autorin große Bedeutung besaß.

Diese Thematik der Bedrohung, die nicht nur zur Entstehungszeit Aktualität besaß, hat wohl besonders zu Petra Zwingmanns Entscheidung geführt, „Kassandra” auf die Bühne bringen zu wollen. Die Schauspielerin hatte sich schon länger mit Christa Wolfs Erzählung beschäftigt. Fasziniert war sie auch von der sprachlichen Gestaltung, die die Direktheit gesprochener Sprache, aber auch eine lyrische Rhythmik vereint, wie die Schauspielerin erklärt.

Die Besonderheit dieser Inszenierung von Victor-Joe Zametzer liegt darin, dass der Text der Schauspielerin eben auf der ungefähr 160 Seiten langen Erzählung basiert, also auf einem literarischen Text, der ursprünglich nicht für das Theater geschrieben wurde.

Das 80 Minuten lange „Solo mit Musik” hat sich während der Proben allerdings auch etwas verändert. So ist von der anfangs geplanten Musik nur noch eine Geräuschkulisse geblieben. Außerdem werden Zeichnungen aus Sand auf eine Leinwand auf der sonst sehr schlicht gestalteten Bühne projeziert.
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