Theater: Erfolge trotz Einbußen

Von: Peter Motz
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Aachen. Es war „ein künstlerisch sehr erfolgreiches Jahr”, bilanzierte Generalintendant Michael Schmitz-Aufterbeck bei seinem Rückblick auf die Spielzeit 2009/2010 im Betriebsausschuss des Theaters.

Inwiefern sich dieser Erfolg auch in Zahlen widerspiegelt, will das Haus am 11. November bekanntgeben, kündigte Verwaltungsdirektor Udo Rüber an. Vorweg schickte er, dass man sich wohl in der Nähe des Etatrahmens bewege.

Die Zuschauerzahlen indes sanken im Vergleich zur Spielzeit 2008/2009 um rund 8000 Besucher auf 142.000. Verantwortlich dafür seien zahlreiche krankheitsbedingte Absagen von Aufführungen, das fehlende Theaterprojekt Ost (alle zwei Jahre) und die Konkurrenz Fußball-WM. Publikumsmagnet war „Die Zauberflöte”, bei der nur am zweiten und dritten Abend Plätze frei blieben. Auch Nathan der Weise, die Dreigroschenoper und die Familienstücke waren Renner.

„Enttäuscht” hat Schmitz-Aufterbeck dagegen die geringe Akzeptanz von Fallstaff und Eugen Onegin und das geringe Interesse am Rahmenprogramm zu „Mein Kampf”. Es werde deshalb nachgedacht, ob und wie man eine weitere Themenwoche anbieten könne. Mächtig Mühe mache dem Theater auch das Werben um junge Besucher.

Das Buhlen um Publikum wird aufgrund von Kürzungen beim Marketing allgemein schwieriger. Ausschussmitglieder und Theatermacher äußerten sich besorgt um die Wahrnehmung des Hauses. Die ist nach Einschätzung des Intendanten in der Fachpresse sehr gut. Nicht zuletzt habe das Theater seine Qualität bei der Münchener Biennale unter Beweis gestellt, mit der Uraufführung von Maldoror.

Dessen musikalischen Leiter Marcus Bosch vergaß Schmitz-Aufterbeck fast in seinem Rückblick, um lachend zu erklären, dass der Orchestererfolg ja ein dauerhafter sei. Damit man auf diese Qualität nicht verzichten muss, wird emsig nach einem Nachfolger des GMD gesucht, der 2011 gen Nürnberg zieht. Ein neuer Erster Kapellmeister wird noch in dieser Spielzeit erwartet. Und das Ensemble hat bereits viele neue Gesichter, die Schmitz-Aufterbeck optimistisch machen für seine Ziele: Qualität sichern und beim Zuspruch wieder „draufsatteln”.

Einstimmiges Lob gab es dafür im Ausschuss, verbunden mit der Bitte, weiter kontroverse Stücke anzubieten und nicht einzig auf Zuschauerzahlen zu schielen.
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