Theater Aachen zeigt preisgekröntes Stück „Gift. Eine Ehegeschichte“

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
8599187.jpg
Ein Stück, das tief in die Seele eindringt: Das Theater Aachen zeigt in der Kammer am Freitag „Gift. Eine Ehegeschichte“ von Lot Vekemans in der Inszenierung von Ludger Engels. Foto: Andreas Steindl
8592026.jpg
Ein Stück, das tief in die Seele eindringt: Das Theater Aachen zeigt in der Kammer am Freitag "Gift. Eine Ehegeschichte" von Lot Vekemans in der Inszenierung von Ludger Foto: Andreas Steindl

Aachen. Es geht nicht um das Warum, sondern um das Wie. Darum, wie unterschiedlich Menschen mit Trauer, Wut und dem Schicksal umgehen. „Gift. Eine Ehegeschichte“ von Lot Vekemans thematisiert mit psychologisch genauen und tiefen Dialogen die Geschichte eines ehemaligen Ehepaares.

Doch als beide ihren Sohn durch einen Autounfall verlieren, geht die Beziehung in die Brüche. Er geht nach Frankreich in sein neues Leben. Sie bleibt in der Vergangenheit. Jetzt, zehn Jahre später, treffen sie sich wieder. Im Warteraum des Friedhofes.

Wegen Gifts, das aus der nahegelegenen Fabrik gesickert ist, muss der tote Sohn umgebettet werden. Doch dieses Ereignis steht dabei nicht im Mittelpunkt, wie Gesa Lolling, Dramaturgin am Theater Aachen, erzählt: „Den Brief hat die Mutter nur verfasst, damit sie noch einmal auf ihren Ex-Mann trifft. Vielmehr geht es um die Frage, wie die Eltern mit der Trauer umgehen. Durch die unterschiedliche Verarbeitungsweise ist auch ihre Beziehung in die Brüche gegangen.“

Aus dem Treffen heraus entwickelt sich eine Chance der Aussprache, denn das Vergangene kommt wieder an die Oberfläche. „Es ist ein Extrem aus dem Leben“, so Ludger Engels, der das neue Stück inszeniert. „Es ist die Geschichte dieser beiden Personen, die zeigt, dass jeder auf seine Weise mit Trauer und Verletzungen umgeht. Die Dialoge sind fein. Es wird nicht geschrien, sondern hinter den einfachen Sätzen stecken tiefe Dinge. Auch der Titel suggeriert, dass bestimmte Ereignisse Gift für die Seele und einen selbst sein können.“

Die niederländische Autorin Lot Vekemans erhielt für ihre Geschichte, die 2009 uraufgeführt wurde, den renommierten „Taalunie Tonneelschrijftprijs“. Das Besondere: Die Erzählung ist ein Vorfall aus ihrem eigenen Umfeld. Engels und Lolling freuen sich gleichermaßen auf das intime Stück, das trotz der dramatischen Geschichte in einer ganz besonderen Art und Weise ein „Happy End“ beinhaltet.

Die Premiere am 26. September ist bereits ausverkauft. Weitere Termine und Informationen gibt es im unter der Adresse www.theateraachen.de.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert