Aachen - Theater Aachen sucht wieder neuen Verwaltungschef

Theater Aachen sucht wieder neuen Verwaltungschef

Von: Gerald Eimer
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Aachen. Das Theater Aachen muss sich schon wieder nach einem neuen Verwaltungschef umsehen. Die städtische Verwaltungsspitze will den Vertrag der erst seit Februar in Aachen tätigen Verwaltungsdirektorin Judith Wollstädter nicht über ihre Probezeit hinaus verlängern. Ende des Monats soll das Arbeitsverhältnis nach Informationen unserer Zeitung beendet werden. Offiziell bestätigt wurde dies von der Stadt am Donnerstag noch nicht.

Die schnelle und unerwartete Trennung hat jedoch zu erheblichen Irritationen innerhalb der Politik geführt, die erst vor wenigen Tagen von den angeblichen Missklängen zwischen Wollstädter und der Verwaltungsspitze sowie Theaterbeschäftigten erfahren hat. Der 42-Jährigen wird vorgeworfen, die Anforderungen nicht erfüllt zu haben. Sie selbst war nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Doch längst nicht alle Fraktionen wollten dieser Einschätzung der Aachener Verwaltungsspitze um Oberbürgermeister Marcel Philipp und Kulturdezernentin Susanne Schwier folgen. So heißt es seitens der Politik, dass keine nachvollziehbaren Gründe für das zerrüttete Verhältnis innerhalb der Theaterriege genannt werden konnten. Auch habe sich der Personalrat hinter Wollstädter gestellt.

Diese Umstände haben nun dazu geführt, dass der Oberbürgermeister weder im Betriebsausschuss Theater noch im Stadtrat am Mittwoch in nichtöffentlicher Sitzung eine politische Mehrheit für die schnelle Beendigung des Arbeitsverhältnisses gefunden hat. Einzig die CDU hatte zugestimmt. Politiker mehrerer Fraktionen werfen dem OB und der Kulturdezernentin vor, die Missstimmung nicht früh genug erkannt und nicht rechtzeitig eingegriffen zu haben. „Es hat keine Führung stattgefunden“, heißt es aus Reihen der Opposition und auch der SPD, die Judith Wollstädter gerne eine zweite Chance gegeben hätte. Die dafür notwendige Zweidrittel-Mehrheit kam im Rat jedoch nicht zustande.

Nicht unumstritten

Unumstritten war Wollstädter, die erst im Februar die Nachfolge des langjährigen Verwaltungsdirektors Udo Rüber angetreten hat, allerdings von Anfang an nicht. Die Juristin und Kulturmanagerin hat in den vergangenen Jahren mehrfach ihre Arbeitgeber gewechselt. Auch ihr Vertrag als kaufmännische Direktorin am Landestheater Coburg wurde 2016 nicht verlängert, nachdem es Klagen über die Zusammenarbeit mit ihr gegeben hatte.

Nun beginnt die Suche nach einem Verwaltungschef fürs Theater von vorn. Die Anforderungen sind hoch, denn erwartet werden nicht nur gute Zahlenkenntnisse und eine Nähe zur Kultur, sondern auch die Fähigkeit, sich gegen festgefahrene Strukturen durchzusetzen. Das Theater Aachen mit seinen rund 300 Beschäftigten und einem jährlichen Zuschussbedarf von mehr als 20 Millionen Euro gilt nach wie vor als reformbedürftig. Insbesondere die Kämmerin erwartet größere Sparanstrengungen.

 

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